Mimoun Azaouagh hat beim 1. FC Kaiserslautern einen Vertrag bis 2014 © imago

Lauterns Mimoun Azaouagh ist vor dem Spiel bei Ex-Klub Bochum zufrieden mit der Entwicklung des FCK und lobt Trainer Franco Foda.

Von Reinhard Franke

München - Seine Karriere geriet in die Sackgasse.

Als Mimoun Azaouagh einst von Mainz 05 zu Schalke 04 wechselte, galt er als hoffnungsvolles Talent.

Doch bei den Königsblauen konnte er nicht durchstarten, er zog weiter zum VfL Bochum.

Immer wieder warfen ihn Verletzungen zurück, doch der Mittelfeldspieler mit Torriecher hat gelernt, Rückschläge wegzustecken.

Im Sommer kam der Anruf aus Kaiserslautern, dort spielte sich Azaouagh in den letzten beiden Partien in den Fokus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vor dem Spiel in Bochum (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1und LIVE-TICKER) spricht er bei SPORT1 über das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub, seine Karriere und den FCK.

SPORT1: Mit welchen Erwartungen und Gefühlen gehen Sie in das Spiel beim VfL?

Mimoun Azaouagh: Ich freue mich darauf, einige Freunde und Mitspieler wiederzusehen. Ich habe viele gute Erinnerungen an den VfL und viele tolle Menschen beim Verein und in der Stadt kennengelernt. Auch auf das Stadion freue ich mich, da habe ich immer gern gespielt.

SPORT1: In Bochum waren Sie schon mal abgeschrieben, ist es jetzt beim FCK ein kompletter Neuanfang?

Azaouagh: Nein, einen Neuanfang würde ich das nicht nennen. Aber als Stefan Kuntz, der mich ja damals auch von Schalke nach Bochum geholt hat, mich kontaktiert hat und gefragt hat, ob ich es mir vorstellen könnte, nach Kaiserslautern zu kommen, war die Entscheidung sehr einfach. Ich halte viel von der Arbeit von Stefan Kuntz und der FCK ist ein großer Verein. Wir können in dieser Saison in die Bundesliga zurückkehren und das ist auch mein persönliches Ziel.

SPORT1: Wie sehr haben Sie darunter gelitten, dass Sie in der Vergangenheit immer als das ewige Talent verschrien waren?

Azaouagh: Das habe ich so nicht wahrgenommen. Ich weiß was ich kann und weiß auch, dass man sich als Mensch und Sportler immer weiterentwickeln muss. Darum schaue ich auch nicht zurück, sondern lebe im Jetzt.

SPORT1: Welche Fehler haben Sie in den letzten Jahren denn gemacht?

Azaouagh: Wie gesagt, ich glaube nicht, dass es hilft, in der Vergangenheit herum zu suchen. Jeder Mensch macht Fehler, wichtig ist es, daraus zu lernen und nicht jeden Fehler zig Mal zu wiederholen. Das gelingt mir ganz gut? (lacht)

SPORT1: Trainer Franco Foda lobt Sie für Ihre Vielseitigkeit auf dem Platz. In Bochum gab es Probleme mit Trainer Friedhelm Funkel. Warum klappt das mit Herrn Foda?

Azaouagh: Ich hatte niemals Probleme mit Friedhelm Funkel. Erst am Montag haben er und ich lange telefoniert. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis und er war es auch, der in Bochum wieder auf mich gebaut hat. Letztlich ist es aber auch nicht wichtig, ob man mit einem Trainer persönlich gut zurecht kommt oder nicht. Wichtig ist der Erfolg der Mannschaft und des Vereins. Als Spieler muss ich mich in den Dienst meiner Mannschaft stellen. Franco Foda macht ein richtig gutes Training und stellt uns auf die Gegner sehr gut ein. Dazu spricht er viel mit uns und weiß, wie er jeden anfassen muss. Das passt.

SPORT1: Warum platzt nun in Lautern für Sie endgültig der Knoten in Ihrer Karriere?

Azaouagh: Ich habe schon einige Erfahrungen gemacht und habe einiges erlebt. Ich mache mir aber über solche Sachen daher einfach keine Gedanken, sondern versuche, professionell zu arbeiten und auf dem Platz immer mein Bestes zu geben. Ich weiß, dass ich, wenn ich fit bin, jeder Mannschaft helfen kann und ein wertvoller Spieler sein kann. Ich bin auf den Betzenberg gekommen, um mitzuhelfen, wieder aufzusteigen und ich denke, wir sind auf einem guten Weg.

SPORT1: Der FCK ist qualitativ besser besetzt als in der Bundesliga. Wie stark schätzen Sie die Truppe ein?

Azaouagh: Ich war im letzten Jahr nicht hier und kann daher nichts dazu sagen. Aber wenn man die Qualität in unserem Kader sieht, dann ist das durchaus mit einem Bundesliga-Kader zu vergleichen. Aber Namen allein bringen nichts, wir müssen die Qualität auch immer auf den Platz bringen. Aufsteigen heißt immer hart arbeiten und konzentriert bleiben. Nur so können wir unsere Ziele erreichen.

SPORT1: Auswärts zwei Siege, daheim drei Remis. Dem Gesetz der Serie nach müsste nun wieder ein Auswärtssieg folgen, oder?

Azaouagh: Wir wollen jedes Spiel gewinnen, egal ob eine Serie dahintersteckt oder nicht. Und ich glaube, mit unserer Qualität und mannschaftlicher Geschlossenheit können wir das auch schaffen.

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