SPORT1-Experte Peter Neururer analysiert die Chancen von Braunschweig, Cottbus und Frankfurt. Er lobt den "Zauberer der Liga"

Liebe Fußball-Freunde,

Eintracht Braunschweig führt die Tabelle der Zweiten Liga an, Energie Cottbus und der FSV Frankfurt folgen auf Platz zwei und drei. Mit dieser Konstellation hätte wohl niemand gerechnet.

Nach sechs Spieltagen lügt die Tabelle nicht mehr, sie flunkert höchstens noch ein bisschen. Aber ihre Aussagekraft reicht aus um zu erkennen, dass Eintracht Braunschweig zur Spitzengruppe der Zweiten Liga gehört.

16 Punkte hat die Eintracht bereits geholt, angesichts dieser Bilanz ist man fast versucht, "nur" von einem 1:1 am vergangenen Wochenende bei Aufstiegskandidat 1860 München zu sprechen.

Aber wenn man die Gegner sieht und wie sie von der Eintracht bespielt werden, ist das nahe am Optimum.

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Die Eintracht reizt das aus, was sie hat. Keiner der Spieler spielt über seine Grenzen. Jeder spielt das, was er kann und bringt sich voll ein.

In Verbindung mit dem fantastischen Publikum hat sich da etwas ganz Großes entwickelt. Die Tendenz dahin war letzte Saison schon zu erkennen.

Man muss Trainer Torsten Lieberknecht und Sportdirektor Marc Arnold ausdrücklich loben, denn das Umfeld in Braunschweig ist nicht das einfachste. Aber die beiden alles im Griff.

Braunschweig wollte sich im vorderen Tabellendrittel etablieren, dafür sollte das Potenzial auch reichen. Aber wenn man sieht, wie der 1. FC Köln oder St. Pauli schwächeln, kann es auch sein, dass eine der Überraschungsmannschaften zum Aufstiegskandidaten wird.

Wie eben auch Energie Cottbus - die Lausitzer sind für mich eine noch größere Überraschung.

Damit hätte ich nicht gerechnet, ich ziehe den Hut vor Trainer Rudi Bommer. Mit Boubacar Sanogo wurde ein Stürmer geholt, der bei allen seinen Einsätzen in der Lage war, kurz vor Schluss den Ausgleich oder Siegtreffer zu erzielen.

Die allergrößte Überraschung ist für mich aber der FSV Frankfurt. Da ist der Zauberer der Zweiten Liga unterwegs: Benno Möhlmann.

Der Trainer der Hessen hat über Jahre hinweg großartige Arbeit geleistet.

Bei Greuther Fürth ist er immer knapp am Aufstieg gescheitert. Jetzt hat Möhlmann erst in der vergangenen Saison den FSV in der Liga gehalten, nun ist ihm mit der Mannschaft ein beeindruckender Start in die neue Spielzeit gelungen.

Der FSV hat jetzt die Möglichkeit, am Dienstag beim strauchelnden 1. FC Köln ein Tendenzspiel zu bestreiten.

Gewinnen die Frankfurter in der Domstadt, können sie sich dauerhaft in der oberen Tabellenhälfte festsetzen - und die Kölner in arge Nöte schießen.

Euer Peter Neururer

Peter Neururer analysiert als Experte die Zweite Liga im TV und Internet für SPORT1. Als Trainer arbeitete er u.a. für den 1. FC Köln, Hertha BSC, Schalke 04, Hannover 96 und den VfL Bochum. Zuletzt trainierte er von 2008 bis 2009 den MSV Duisburg.

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