Der Slowene Miso Brecko spielt seit 2008 für den 1. FC Köln © imago

Der FC landet auch in Liga zwei im Abstiegskampf. Präsident Spinner will es nicht wahrhaben, Brecko nimmt die Schuld auf sich.

Berlin/Köln - Miso Brecko war untröstlich. "Das waren ganz klar meine Fehler, es liegt an mir, dass wir nicht gewonnen haben", nahm der Kapitän des Bundesliga-Absteigers 1. FC Köln nach dem 1:2 (1:1) bei Union Berlin die neuerliche Pleite auf seine Kappe.

Der runderneuerte Geißbock-Klub rangiert damit auf einem Abstiegsrang und ist im Unterhaus immer noch sieglos. (BERICHT: Köln verliert erneut)

Die Art und Weise der Niederlage dürfte die Sorgen der Verantwortlichen in Köln noch weiter verstärkt haben, denn nach den guten Kritiken noch am Montag nach dem torlosen Unentschieden gegen den FC St. Pauli bedeutete der Auftritt bei den Eisernen einen herben Rückschlag.

"Wo Union die Ärmel hochgekrempelt hat, haben wir sie runtergekrempelt. So kann das nicht funktionieren", konstatierte FC-Trainer Holger Stanislawski.

Spinner glaubt nicht an Abstiegskampf

Am Dienstag (17.15 Uhr im LIVE-TICKER) kommt nun in FSV Frankfurt (14 Punkte) ein Spitzenteam der 2. Liga nach Köln.

Eine weitere Niederlage, und der ruhmreiche FC muss sich wohl endgültig auf Abstiegskampf einstellen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dem widerspricht allerdings Präsident Werner Spinner. "Wir werden auf keinen Fall in den Abstiegskampf geraten", sagte der Klub-Chef.

Nur Bröker trifft

In Berlin waren die Gäste durch Thomas Brökers Foulelfmetertor in der dritten Minute in Führung gegangen.

Der Ex-Düsseldorfer ist damit Schütze der beiden einzigen Treffer der Kölner in dieser Zweitligasaison - jeweils per Strafstoß.

Und Bröker war auch der Einzige, der im DFB-Pokal bei der SpVgg Unterhaching (2:1) erfolgreich war. Dies zeigt die Probleme der Kölner im Offensivspiel.

Köln verliert den Faden

"Nach dem 0:1 haben wir aufgehört zu spielen. Ich weiß nicht, was da los war", äußerte Bröker, der sogar die Möglichkeit zum 2:0 auf dem Fuß hatte, aber vergab.

Spätestens nach dem Ausgleich (27.) waren die Kölner völlig von der Rolle, gerieten immer mehr unter Druck und konnten sich kaum einmal befreien.

Die Angriffsaktionen waren von Ungenauigkeit und zahlreichen Fehlpässen geprägt.

Stanislawski lässt Offensiv-Trio draußen

"Wir haben nach zehn Minuten alles vermissen lassen, was wir uns vorgenommen haben. Das war keine gute Zweikampfführung, wir haben langsam gespielt. Es geht um die Grundtugenden des Fußballs", sinnierte "Stani".

Der Coach hatte mit dem Verzicht auf Offensivspieler Mikael Ishak, Chong Tese und Adil Chihi für das Union-Spiel für eine umstrittene Maßnahme gesorgt hatte.

Große personelle Alternativen hatte der Coach an der Alten Försterei nämlich nicht.

Verdienter Union-Sieg

"Union wollte den Sieg mehr", sagte FC-Torwart Timo Horn, noch bester Kölner in Berlin, "wir retten uns irgendwie in die Pause, dann kassieren wir gleich das nächste Tor."

So holte der 1. FC Union verdient den ersten Saisonsieg, den der Brasilianer Silvio und Kapitän Torsten Mattuschka (56.) mit ihren Toren sicherstellen.

Brecko hatte mit einem stümperhaften Fehler im eigenen Strafraum den Ausgleich eingeleitet. Auch vor dem Union-Siegtor ließ sich der Slowene wie ein Anfänger von Mattuschka ausspielen.

Der Serie der schweren Fehler in dieser Saison der Marke Brecko setzt sich somit fort.

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