Eintracht Braunschweig löste 1860 München 1967 als Deutscher Meister ab © imago

Die Eintracht marschiert durch die Liga und will bei 1860 den sechsten Sieg. BTSV-Coach Lieberknecht fiebert dem Spiel entgegen.

München - Mit Eintracht Braunschweig, sagt Torsten Lieberknecht, ist es letztendlich auch nicht anders als mit einer Frau: "Da hat man auch Höhen und Tiefen."

In zehn Jahren, erst als Spieler, nun als Trainer, hat er mit dem Traditionsverein einiges durchgemacht. Nach schwierigen Jahren erlebt die Eintracht derzeit aber ein Dauerhoch. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Lieberknecht und Braunschweig: Das ist eine Ehe mit Zukunft. Mit fünf Siegen aus fünf Spielen dominiert die Eintracht die Zweite Liga. Seit 15 Jahren ist keine Mannschaft mehr so gut gestartet.

Im Löwenduell mit 1860 München am Sonntag (ab 13.15 Uhr im LIVE-TICKER und ab 19.15 Uhr HIGHLIGHTS im TV auf SPORT1) kann Braunschweig sogar noch einen draufsetzen.

"Wir freuen uns erst mal auf dieses tierisch geile Spiel bei 1860", sagt Lieberknecht: "Dahin fahren zu dürfen, in die Allianz Arena, ist für uns immer noch ein absolutes Highlight."

Selbst als Tabellenführer.

Aufstieg? "Überdimensionale Folgen"

Die Siegesserie der Eintracht gibt Anlass zum träumen. Der Stolz auf die Eintracht im Umfeld sei spürbar, sagt Lieberknecht.

Den Dauerkartenverkauf musste der Verein vorübergehend stoppen, mehr als 12.300 Jahreskarten wurden bereits abgesetzt.

"Aber hier wird Null-Komma-Null vom Aufstieg gesprochen", sagt Lieberknecht. Höchstens im Konjunktiv.

"Das hätte überdimensionale Folgen", erklärt er: "Um zu erklären, was dann los wäre, fehlen mir die Worte. Bei einem Aufstieg herrscht hier Ausnahmezustand."

Vor fünf Jahren fast das Aus

Man ist betont vorsichtig bei den Niedersachsen, die zuletzt 1985 erstklassig waren. Nur fünf Jahre ist es her, dass der Deutsche Meister von 1967 sich beinahe von der großen Fußballbühne verabschiedet hätte.

Nach zahlreichen Spieler- und Trainerwechseln war die Eintracht 2007 in der Regionalliga angekommen.

"Vor fünf Jahren lag hier ein Scherbenhaufen, das dürfen wir nicht vergessen", sagt Lieberknecht daher: "Wir müssen diesen Verein im Profifußball etablieren, um nicht wieder ein Fahrstuhlklub zu werden."

Lieberknechts Arbeit trägt Früchte

Dies scheint zu gelingen. Für den derzeitigen Erfolg sorgt ein gewachsener Kader.

"Wir hatten vergangene Saison eine Mannschaft, die sich im ersten Zweitligajahr einen richtig guten achten Platz erspielt hat. Die haben wir in ihrer Struktur gehalten und gezielt verstärkt", sagt Lieberknecht. Momentan ernte Braunschweig die Früchte.

2008 setzte der Klub auf Lieberknecht als Trainer. Seitdem ging es bergauf, vorerst bis an die Spitze der Zweiten Liga.

Träumen ist erlaubt

Für den 39-Jährigen ein besonderer Erfolg, doch, da widerspricht der Trainer nicht, es gibt ja noch den Aufstieg, den "größten Traum, den ich hier habe".

Diesen könne man dann ja doch mal aussprechen, sagt Lieberknecht. "Ich stecke mit meinen Emotionen hier drin und weiß, wie die Leute ticken - das wäre die größte Geschichte schlechthin."

1860 unter Zugzwang

Der große Wurf wäre die Rückkehr in die Bundesliga auch für 1860. Die Münchner Löwen sind zwar wie ihre Namensvettern aus Braunschweig noch ungeschlagen, haben mit bereits drei Unentschieden aber schon fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Um oben dranzubleiben und die Aufstiegsträume im Umfeld am Leben zu halten, sind drei Punkte Pflicht, weiß auch Reiner Maurer: ""Wir müssen alles in die Waagschale werfen, um mit einem Erfolg in der Spitzengruppe zu bleiben."

Wiesn-Outfit gegen breite Brust

Einfach wird das gegen den Tabellenführer aber nicht: "Die Eintracht ist eine Mannschaft, die momentan vor Selbstvertrauen strotzt, mit einer breiten Brust in München auflaufen wird."

Für 1860 gilt es, dagegenzuhalten, und dafür haben die Löwen einen speziellen Glücksbringer: Gegen Braunschweig werden die Münchner erstmals in den speziell für die Oktoberfestzeit designten Wiesn-Trikots auflaufen.

SPORT1 hat die Fakten zum 5. Spieltag:

1860 München - Eintracht Braunschweig:

Die Münchner haben ihre beiden Saison-Heimbegegnungen ohne Gegentor gewonnen.

Braunschweig startet mit fünf Siegen in die Spielzeit. Mit nur einem Gegentor stellt die Eintracht die beste Abwehr der Liga. Die Braunschweiger konnten von ihren bislang 12 Auftritten beim TSV nur einen gewinnen (zwei Unentschieden, neun Niederlagen). (3:0 und 1:3)

Dynamo Dresden - FC Ingolstadt:

Dresden wartet noch auf den ersten Heimsieg der Saison (ein Unentschieden, eine Niederlage).

Die zuletzt zweimal siegreichen Ingolstädter sind auswärts in dieser Spielzeit noch ungeschlagen. (0:0 und 2:4)

MSV Duisburg - VfL Bochum:

Schlusslicht Duisburg wartet als einziges Team der Liga noch auf den ersten Zähler der Saison. Von bislang 46 Duellen gegen Bochum konnten die Zebras nur 14 gewinnen (15 Unentschieden, 17 Niederlagen).

Die Bochumer blieben zuletzt zweimal ohne Gegentor (ein Sieg, ein Unentschieden). (2:1 und 1:2)

(alle So., ab 13.15 Uhr im LIVE-TICKER)

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