Holger Stanislawski trainierte bisher den FC St. Pauli, 1899 Hoffenheim und aktuell den 1. FC Köln © imago

Ausgerechnet gegen Ex-Klub St. Pauli ist Kölns Coach zu einem Dreier verdammt - und baut besonders auf Ujah und Bigalke.

Von Christian Paschwitz

München - Ausgerechnet seiner alten Liebe muss Holger Stanislawski am Montag (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) gehörig wehtun, damit das eigene Wohlbefinden wieder steigt und der immense Druck abnimmt.

Der Trainer des kriselnden 1. FC Köln benötigt gegen den FC St. Pauli unbedingt einen Sieg, um den Anschluss ans Tabellen-Mittelfeld zu herzustellen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Also gegen den Klub, der von 1993 bis 2011 "Stanis" mehr als nur sportliche Heimat als Spieler und Coach war, ehe er sich aufmachte zu neuen Ufern.

"Pauli ist ein großer Abschnitt meines Lebens ? ich habe viel bekommen und viel zurückgegeben, das bleibt immer Bestandteil meines Lebens", sagt Stanislawski.

Stanislawski gibt sich entspannt

Und ergänzt: "Aber jetzt ich beim 1. FC Köln, das ist am Spieltag ganz weit weg." 35464 (DIASHOW: Zweitliga-Torschützenkönige)

Stanislawskis erstes Duell mit dem Ex-Verein soll den schwach in die Saison gestarteteten Kölnern (nur ein Punkt, Vorletzter) den lang ersehnten Befreiungsschlag bescheren - und damit auch ihm den Arbeitsplatz festigen.

"Man ist am vierten Spieltag noch nicht auf- oder abgestiegen", wiegelt der 42-Jährige in einem "Bild"-Interview zwar ab. "Über meine Position in Köln mache ich mir keine Gedanken."

FC als Trainer-Feuerstuhl

Doch angesichts 13 siegloser Liga-Auftritte und des schwächsten Angriffs mit nur einem Tor ist es kein Geheimnis, dass in der Domstadt die Luft immer dünner wird.

[kaltura id="0_heceleik" class="full_size" title="Stanislawskis Wiedersehen mit St Pauli"]

Zur Erinnerung: In den vergangenen zehn Jahren verschliss der Geißbock-Klub bemerkenswerte 16 Trainer.

"Köln ist der Wahnsinn", bekennt auch Stanislawski. "Das ist nicht vergleichbar mit Hamburg, selbst der HSV hat nicht die Präsenz in der Stadt wie der 1. FC Köln. Das hat auch Borussia Dortmund nicht."

Auch St. Pauli mit Sorgen

Doch auch St. Pauli drücken gewaltige Sorgen. Erst beim jüngsten 2:1 gegen Sandhausen gelang der erste Saisonsieg.

Und: Von bislang 13 Gastspielen in Köln gewannen die Hamburger gerade mal zwei (ein Unentschieden, zehn Niederlagen).

Woran Stanislawski aber keinen Gedanken verschwenden will, er baut vielmehr auf die Neuzugängen Anthony Ujah (Leihgabe aus Mainz) und Sascha Bigalke (aus Unterhaching), die womöglich gleich in der Startelf stehen.

Fokus auf Ujah und Bigalke

"Sie sind gut drauf und konzentriert", so der Coach. "Sie wollen den Bock umstoßen und den ersten Dreier holen."

Auch das Thema Kevin Pezzoni, der vor der Haustür und im Internet von Hooligans bedroht worden war und dann den Verein verließ, soll endgültig abgehakt sein.

"Jetzt muss es weitergehen, das Thema ist für uns beendet", so Stanislawski, für den es zudem ein Wiedersehen mit dem von ihm beim FC aussortierten Christopher Buchmann gibt, der nun bei den Hamburgern untergekommen ist.

"Wie der erste Schluck Alsterwasser"

Zum Abpfiff des Kicks gegen seine alte Liebe wünscht sich "Stani" ein ganz besonderes Gefühl des Sieges.

"Ein Spiel zu gewinnen, beschreibe ich immer mit einem ganz langen: Herrlich! Das ist wie der erste Schluck Alsterwasser an einem herrlichen Sommerabend bei 30 Grad. Dieses erste Gefühl des Durchpustens..."

Für Montagabend kündigt der Wetterbericht in Köln immerhin 17 Grad an.

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