Kevin Pezzoni spielte von 2008 bis 2012 beim 1. FC Köln und absolvierte 98 Spiele © getty

Der Fall Kevin Pezzoni hält den 1. FC Köln weiter in Atem. Die Glaubwürdigkeit des Spielers jedoch erlitt zumindest Kratzer.

Köln - In den Fall Kevin Pezzoni kommt keine Ruhe.

Mehrere Medien zogen zu Wochenbeginn die Glaubwürdigkeit des 23-Jährigen im Streit über die Umstände seiner Vertragsauflösung beim 1. FC Köln zumindest teilweise in Zweifel.

Zugleich wies der Verein Überlegungen zu einer angeblich erwogenen Klage gegen den 23-Jährigen aber zurück.

"Wir haben nie gesagt, dass wir Herrn Pezzoni verklagen wollen., das ist reine Spekulation. Es ist so, dass wir mit einem Schreiben unserer Rechtsabteilung an den Rechtsanwalt von Herrn Pezzoni unsere Sicht der Dinge darlegen werden" sagte FC-Medien-Leiter Gerd Koslowski im Gespräch mit SPORT1.

In diesem Schreiben werde der Klub auch erläutern, an welchen Stellen angeblich zu Unrecht Aussagen von Seiten Kevin Pezzonis getätigt worden sein:

"Sicherlich werden wir auch noch mal auf die beidseitige Pflicht hinweisen, wie sie sich aus dem Vertrag ergibt - insbesondere die Wohlverhaltensklausel."

"Deckel auf Akte Pezzoni machen"

Noch am Sonntag, nach Veröffentlichung des FC-kritischen Interviews Pezzonis in der "Welt am Sonntag", waren die Wellen hoch geschlagen.

"Ich finde es sehr bedauerlich, dass ein Spieler sich so vereinschädigend verhält", hatte FC-Präsident Werner Spinner erklärt und sich eine Rückforderung der Abfindung für Pezzoni vorbehalten.

Koslowski will das Thema allerdings beenden. "Damit ist die Sache für uns erledigt und wir werden den Deckel auf die Akte Kevin Pezzoni draufmachen. Wir hätten uns das anders gewünscht, das ist aber Schnee von gestern. Wir wollen uns wieder dem Sportlichen widmen", sagte er.

FC bekleckert sich nicht mit Ruhm

Allerdings bekleckerten sich auch die Geißböcke in der Wohlverhaltens-Frage nicht gerade mit Ruhm.

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So drang am Montag nach außen, dass der Abwehrspieler während seiner Zeit unter dem Dom trotz zu weniger Einsätze eine Prämie gefordert und erst auf Drängen des Klubs auf einen Privatvertrag mit einem Sportschuh-Hersteller verzichtet haben soll.

Auch wurde gleichzeitig bekannt, dass die Abfindung zwischen 150.000 und 300.000 Euro betragen soll.

Schon zuvor hatte der Bundesliga-Absteiger in seiner ersten Reaktion auf Pezzonis Interview den gebürtigen Frankfurter wegen der Karnevals-Schlägerei öffentlich als Lügner dargestellt ("Private Beziehungsumstände") und selbst die Zahlung einer Abfindung bekannt gemacht.

Widersprüchliche Aussagen

Möglicherweise gezielt gestreute Indiskretionen im FC-Lager ziehen Pezzonis Glaubwürdigkeit jedoch tatsächlich in Zweifel.

Sowohl der "Bild"-Zeitung als auch dem "Express" liegen nach eigenen Angaben Schreiben der Kölner Rechtsabteilung an Pezzonis Anwalt mit der Empfehlung für eine Strafanzeige gegen die Hooligans, die den gebürtigen Frankfurter angegriffen und bedroht hatten, vor.

Pezzoni hatte ausdrücklich behauptet, keine dahingehenden Ratschläge von seinem bisherigen Arbeitgeber erhalten zu haben. Pezzonis Berater wollte am Montag auf Anfrage des "Sport-Informationsdienstes" keine Stellungnahme zu den Widersprüchen abgeben.

Pezzoni widerspricht FC

Pezzoni hatte am Wochenende in einem Zeitungsinterview der bisherigen FC-Darstellung widersprochen, dass eine Vertragsauflösung nach den Angriffen und Drohungen von FC-Hooligans gegen seine Person sein Wunsch gewesen wäre.

Vielmehr warf der Defensivspieler seinem bisherigen Verein mangelnde Unterstützung gegen die Chaoten vor. Köln korrigierte daraufhin zwar seine Schilderung der Vertragsauflösung, sprach Pezzonis Vorwürfen dennoch jegliche Substanz ab.

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