SPORT1-Experte Frank Buschmann verurteilt die Vorkommnisse um Kevin Pezzoni beim 1. FC Köln aufs Schärfste und fordert Maßnahmen.

Liebe Fußball-Freunde,

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle einen Bericht zum Berliner Stadtderby Union gegen Hertha schreiben.

Eins dazu, es war ein emotionsgeladenes Spiel in wunderbarer Atmosphäre. Ansonsten gab es keine besonderen Vorkommnisse.

Ganz anders als in Köln in der vergangenen Woche. Da gelingt es einigen Fehlgeleiteten doch wirklich, den Profi Kevin Pezzoni aus dem Club und damit wohl auch aus der Stadt zu vertreiben.

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Wir haben in den letzten Monaten unglaubliche Aktionen von sogenannten Fans des 1.FC Köln erlebt. Da wird ein Bus auf der Autobahn abgedrängt, da wird einem Leverkusener in einer Disco ein Hieb ins Gesicht versetzt, da wird Pezzoni im Karneval die Nase gebrochen.

Es werden Spieler nach schwachen Leistungen bedroht. Es handelt sich um eine unglaubliche Häufung unglaublich dummer Aktionen.Dieses Verhalten von einigen Kriminellen ist sicherlich nicht nur ein Problem in Köln, aber es scheint ein besonders großes in Köln zu sein.

Claus Horstmann sagt, man solle die Probleme nicht speziell in Köln suchen. Damit hat er recht. Aber es muss die Frage erlaubt sein, warum sich diese Fälle vermehrt ereignen.

Wurde in der Vergangenheit wirklich alles getan, diese Chaoten zu bekämpfen? Hat der Verein sich von Anfang an klar von Teilen der Fanszene distanziert?

Ich bin mir ganz sicher, dass nur ein verschwindend geringer Teil der Köln-Anhänger für diese Dinge verantwortlich ist. Also keine Sippenhaft für Köln-Fans!

Natürlich ist es eine unglaublich schwierige Aufgabe, den Chaoten klarzumachen, das ihre Handlungen kriminell und vor allem völlig bekloppt sind. Ich habe schon oft gesagt, dass ich mir wünschen würde, die große Mehrheit echter Fußballfans könne da einen Prozess der Ausgrenzung betreiben.

Ich glaube aber, dass dies nur ein Schritt sein kann. Verein und Polizei müssen gemeinsam herausfinden, wer solche Straftaten begeht und hart gegen diese Menschen vorgehen. Alles andere bringt gar nichts. Leider!

Ich weiß, viele werden jetzt von sozialen Missständen in unserer Gesellschaft anfangen. Ja, die gibt es, aber mit Gewalt gegen Fußballer wird man die kaum ändern.

Ob übrigens die gemeinsame Vertragsauflösung im Fall Pezzoni der richtige Schritt ist? Ich weiß es nicht, Pezzoni wollte es ja wohl selbst unbedingt. Aber es bleibt eben die Frage, ob sich die Täter jetzt sogar noch bestätigt sehen. Das wäre fatal.

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich hier auf keinen Fall die echten Kölner Fans anklage. Die sorgen dafür, dass jeder Reporter gerne zum FC kommt und live kommentiert.

Ich mag nämlich echte Fußballatmosphäre viel lieber als sterilen Sport, der mich nicht packt! Und Köln ist ein gutes Beispiel, dass eine ganze Stadt Fußball leben kann.

Tut das weiter, aber lasst uns gemeinsam alles dafür tun, dass kein Fußballer mehr eine Stadt und einen Club verlassen muss, weil er schlecht spielt.

Im Stadion darf ein rauer Ton herrschen, danach aber ist dann auch wieder gut! Ich möchte sowas nicht mehr erleben!

Das musste raus.

Euer Frank Buschmann

Die Stimme von Frank Buschmann ist jedem Sport-Fan ein Begriff: Egal ob Fußball oder Basketball - Frank Buschmann moderiert und kommentiert bei SPORT1 mit Leib und Seele und Expertise. Zudem kommentiert er auch die großen Shows von Stefan Raab. Im Fußball begleitet er bei SPORT1 jeden Spieltag der Zweiten Liga mit einer Kolumne.

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