Torsten Mattuschka wechselte 2005 von Energie Cottbus zu Union Berlin © imago

Unions Torsten Mattuschka kündigt bei SPORT1 ein heißes Berliner Duell an. Bei Hertha kehrt ein Hoffnungsträger zurück.

Von Reinhard Franke

München - Torsten Mattuschka ist zur lebenden Union-Legende geworden in dieser 71. Minute.

Mit einem Freistoß erzielte im Februar vergangenen Jahres vor 74.000 Fans im Olympiastadion den 2:1-Siegtreffer im Derby bei Hertha BSC.

Und er hätte nichts dagegen, wenn es wieder so kommt, wenn sich die beiden Berliner Klubs am Montagabend in wieder begegnen (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER).

"Wir fiebern auf das Spiel hin und wollen unsere tollen Fans mit einem Sieg beschenken", erzählt der Mittelfeldspieler im Gespräch mit SPORT1. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) 35464 (DIASHOW: Zweitliga-Torschützenkönige)

Union unter Druck

Für die "Eisernen" geht es in der Alten Försterei um mehr als einen Prestige-Erfolg gegen den großen Lokalrivalen.

Die "Eisernen" müssen punkten, denn der Start der Spielzeit ist in die Hose gegangen: Die Saison begann vielversprechend mit dem 3:3 beim 1. FC Kaiserslautern, doch seitdem ging man leer aus.

"Es wird ein schwieriges Spiel, weil die Situation mit einem Punkt aus drei Spielen sowieso schon nicht so schön ist", weiß Mattuschka, der "von der ersten bis zur letzten Minute Vollgas geben" will.

"Wir hauen uns nicht auf die Fresse"

Trotz des Fehlstarts sei die Stimmung bei Union intakt: "Wir hauen uns nicht gegenseitig auf die Fresse, es fielen harte Worte, aber wir sind Männer und das passiert eben. Natürlich haben wir uns das anders vorgestellt, aber wir zerfleischen uns nicht und schauen nach vorne."

Aus Mattuschkas Sicht ist es hilfreich, dass nun ein Spiel kommt, für das Coach Uwe Neuhaus keine Motivationsarbeit leisten muss: "Es ist ein besonderes Spiel, das ist jedem klar, und wir sind alle heiß. Der Trainer muss da gar nicht viel sagen."

Das Derby elektrisiere alle in der Stadt: "Schon zum Training kamen in den letzten Tagen zehn bis fünfzehn Reporter und drei Kamera-Teams, sonst steht da nur eine Kamera. Es ist eine positiv-angespannte Stimmung."

Nur positive Erfahrungen

Union hat bislang nur positive Erfahrungen gegen Hertha gemacht.

Beim ersten Duell in der Saison 2010/11 gab es an der ausverkauften Alten Försterei einen Punkt gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner.

Noch schöner wurde es im Rückspiel: "Es war unbeschreiblich", erinnert sich Matchwinner Mattuschka.

Wieder Wende gegen Hertha?

Diesmal wäre es für ihn schön, "die erste Chance rein zumachen, weil wir schon gegen Braunschweig und Sandhausen gut gespielt haben, aber da sind die Spiele in die andere Richtung gelaufen. Ich bin guten Mutes."

Das war man bei Union auch vor der Saison, als Experten den Klub zum Geheim-Kandidaten für den Aufstieg machten.

Hat das Gerede geschadet? Mattuschka glaubt es nicht: "Unsere Zielsetzung war, dass wir nicht schlechter werden wollen wie letztes Jahr. Letztes Jahr sind wir auch nicht so gut gestartet. Und vor zwei Jahren standen nach drei Spielen auch nur drei Punkte auf dem Konto, dann kam Hertha und es kam die Wende."

Die peilt Mattuschka auch jetzt an: "Wir werden alles raushauen, was wir haben, damit wir mit einem zufriedenen Lächeln nach Hause gehen können."

Kraft-Debüt für Hertha

Die Hertha hat am vergangenen Wochenende gegen Regensburg zwar das erste Erfolgserlebnis geschafft, mit vier Punkten aus drei Spielen und Platz zehn liegt sie aber immer noch unter ihren Ansprüchen.

Hertha-Coach Jos Luhukay will sein erstes Hauptstadt-Derby folglich nutzen und mit einem Dreier "einen großen Schritt in die richtige Richtung machen".

Im Blickpunkt steht bei seinem Team das Zweitliga-Debüt von Keeper Thomas Kraft nach abgelaufener Sperre.

"Vom Gefühl her ist es eine halbe Ewigkeit, die ich zugucken musste", sagt der Schlussmann. "Jetzt ist es einfach ein wunderschönes Gefühl, wieder angreifen zu können."

Weiterlesen