Rachid Azzouzi kritisiert das Vorgehen des VfL Wolfsburg
Abschied: Rachid Azzouzi absolvierte 25 Länderspiele für Marokko © getty

Nach 15 Jahren wechselt Fürths Manager Rachid Azzouzi zum FC St. Pauli. Bei SPORT1 nennt er die Gründe für den Schritt.

Von Reinhard Franke

München - Rachid Azzouzi wird neuer Sportdirektor bei Zweitligist FC St.Pauli.

Der 41-Jährige unterschrieb beim Kiez-Klub einen Vertrag bis 2016 und wird somit Nachfolger von Helmut Schulte, von dem sich der Klub am 15. Mai in beiderseitigem Einvernehmen getrennt hatte.

Azzouzi war bisher Manager beim Bundesliga-Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth und verlässt die Franken nach 15 Jahren zum Saisonende.

"Mit Rachid Azzouzi konnten wir unseren Wunschkandidaten für die Position des Sportchefs für uns gewinnen. Bei Greuther Fürth hat Rachid fantastische Arbeit geleistet und wertvolle Erfahrungen gesammelt", sagte St. Paulis Präsident Stefan Orth.

Der ehemalige Profi Azzouzi freut sich "auf die fantastischen Fans und den fantastischen Verein. Ich hoffe mit dazu beizutragen, den Verein weiter voranzubringen."

"Möchte den nächsten Schritt gehen"

Der frühere Mittelfeldspieler blickt zurück und meint: "15 Jahre Fürth haben mich geprägt. Da war viel Herz, Leidenschaft und Freude dabei. Das war nicht nur ein Job", sagt Azzouzi im Gespräch mit SPORT1.

"In den letzten Wochen habe ich einfach gemerkt, dass ich den nächsten Schritt gehen möchte. Das hatte nichts mit Bundesliga oder Zweiter Liga zu tun. Die Gespräche mit St. Pauli waren sehr gut und ich bin davon überzeugt, dass der Schritt für meine persönliche Entwicklung der richtige ist."

Und weiter: "Ich will mit St. Pauli in einer wunderschönen Stadt, mit geilen Fans und einem tollen Stadion unsere Ziele erreichen."

Ein großes Ziel ist für ihn der Aufstieg.

"Der Aufstieg mit Fürth hat Spaß gemacht, das wil ich nochmal erleben", scherzt Azzouzi.

Kontakt zu Pauli erst nach Schultes Ende

Dem 41-Jährigen ist es ganz wichtig eins klar zu stellen: "Der Kontakt zu Pauli entstand erst, nachdem sich der Verein von Helmut Schulte (St. Paulis Ex-Sportchef, Anm. d. Red.) getrennt hatte. Vorher war da nix."

Offenbar hatte er schon die letzten Monate an einen Wechsel zu einem neuen Klub gedacht. Azzouzi spricht davon, dass "der Prozess schon länger in mir schlummerte."

Und dann fügt er hinzu: "Der Wechsel hatte nichts mit Geld zu tun. Ich wäre in der nächsten Saison Bundesliga-Manager geworden, gehe jetzt in die Zweite Liga. Die Spielvereinigung hätte mich gerne behalten. Ich habe immer alles für den Verein gegeben."

Viele Fürther werden Azzouzis Entscheidung nicht unbedingt nachvollziehen können. Bei Trainer Mike Büskens hatte Azzouzi stets betont, dass es wichtig wäre, wenn er bleibt. Nun geht er selber weg.

Azzouzi lobt Verhältnis zu Büskens

"Mike und ich hatten immer ein sehr ehrliches und offenes Verhältnis. Wir haben für uns beide das richtige entschieden. Für den Verein ist es toll, dass Mike bleibt. ich habe nie zu ihm gesagt, dass ich weggehe, aber auch nicht, dass ich bleibe."

An die Zeit in Fürth wird sich Azzouzi gerne zurückerinnern, zugleich freut er sich aber auf eine neue Herausforderung.

"Alle werden mich in Fürth vermissen. Das Kleeblatt war meine Familie. Auch ich werde die Menschen vermissen.

"Absolute Herausforderung"

Azzouzi geht schweren Herzens: "Ich habe mir in Fürth etwas aufgebaut, viel sicherer geht es nicht. Ich will einfach etwas Neues aufbauen. Das ist eine absolute Herausforderung."

Er spielte in seiner aktiven Zeit unter anderem für den MSV Duisburg, Fortuna Köln und Fürth. Zudem lief er für Marokko bei zwei Weltmeisterschaften auf (1994 und 1998).

Nach der Saison 2003/2004 beendete er seine Karriere und wurde sportlicher Leiter bei den Fürthern, 2008 übernahm er den Posten des Managers der Kleeblätter.

Weiterlesen