Jahn Regensburg ist zum zweiten mal in die Zweite Liga aufgestiegen © getty

Jahn Regensburg kehrt nach acht Jahren in die Zweite Liga zurück. Trotz des Aufstiegs fällt das Erfolgsteam auseinander.

Karlsruhe - Um die randalierenden Rowdys des Karlsruher SC (Bericht) nicht unnötig zu provozieren, setzte sich der Teambus von Jahn Regensburg erst weit nach Mitternacht Richtung Heimat in Bewegung.

Das war den Spielern, die den Klub kurz zuvor nach acht Jahren Abwesenheit wieder in die Zweite Liga geschossen hatten, aber ziemlich egal. (DATENCENTER: Die Relegation)

Die Oberpfälzer konnten nach dem 2:2 (1:1) im Relegations-Rückspiel (Bericht) gar nicht genug von ihrer Kabinen-Party bekommen - schließlich werden viele Spieler und wohl auch der Trainer zukünftig bei anderen Klubs in der Umkleide sitzen.

"Es ist schade, dass alles auseinanderfallen wird"

"Es steckt so viel Qualität in der Mannschaft. Dazu die Leidenschaft und der unbändige Wille, das Unmögliche doch möglich zu machen", sagte Sportchef Franz Gerber, den trotz der ausgelassenen Stimmung Wehmut überkam:

"Es ist schade, dass das alles auseinanderfallen wird. Viele Spieler haben schon bei anderen Zweitligisten unterschrieben. Und so wie die Signale aus Augsburg stehen, muss man damit rechnen, dass uns der Trainer leider verlassen wird."

Weinzierl will noch überlegen

Damit verriet Gerber mehr als der Coach selbst. Denn Markus Weinzierl ließ seine Zukunft weiter offen.

"Das ist nicht der Zeitpunkt, um über meine Person zu sprechen. Ich genieße den Moment und lasse mich nicht von anderen Themen davon abbringen. Ich werde überlegen und dann wird es irgendwann eine Entscheidung geben", sagte der 37 Jahre alte Weinzierl, der seit knapp zwei Wochen als Nachfolger von Jos Luhukay beim Bundesligisten FC Augsburg gehandelt wird.

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Den Augsburgern ist nicht entgangen, was Weinzierl in der Domstadt geleistet hat. Der Aufstieg der Regensburger mit einem der kleinsten Etats der Dritten Liga (1,5 Millionen Euro) ist eine sportliche Sensation.

"Jeder Spieler hat sich ein Denkmal gesetzt"

So sah es auch Weinzierl. "Wir wollten nicht absteigen. Dass wir nun mit unseren Mitteln nächste Saison in der Zweiten Liga spielen, ist sensationell. Das kann man kaum in Worte fassen", sagte der Coach: "Das ist ein Quantensprung, jeder Spieler hat sich ein Denkmal gesetzt."

An ihr eigenes Denkmal dachten die Spieler in der Nacht zum Dienstag noch nicht, die Regensburger hatten es viel mehr auf ein anderes Bauwerk abgesehen.

"Die Stadt wird jetzt zwei Wochen brennen, wir reißen den Dom ab", schrie Tobias Schlauderer durch die Gänge des Wildparkstadions: "Ich bin unglaublich stolz. Was diese Truppe geleistet hat, ist unmenschlich."

Schweini II: Ein Schritt vor, zwei zurück

Ein wenig ruhiger, aber nicht weniger emotional beschrieb Kapitän Tobias Schweinsteiger seine Gemütslage.

"Ich habe jedes Spiel mit Schmerztabletten und Spritzen bestritten. Ich wollte einfach nur aufsteigen", sagte der Bruder von Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, der zu Bayern München II in die Regionalliga wechseln wird:

"Ich werde wohl in der kommenden Saison in allen Spielen zusammen nicht vor so vielen Zuschauern wie hier in Karlsruhe spielen, aber ich bereue meine Entscheidung nicht."

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