Pascal Groß (v.) erzielte im Hinspiel in Regensburg den Ausgleich für den KSC © getty

Der Karlsruher SC plant vor dem Relegations-Rückspiel gegen Jahn Regensburg mit dem Klassenerhalt. Der Drittligist lauert.

Karlsruhe/Regensburg - Die Wut hat sich inzwischen ein bisschen gelegt, der Trotz aber ist geblieben.

Geht es nach Sportdirektor Oliver Kreuzer, dann besteht überhaupt kein Zweifel am Klassenerhalt des Karlsruher SC (DATENCENTER: Die Relegation).

"Wir gewinnen das Spiel. Aus die Maus. Ich verschwende null Gedanken an einen Abstieg", sagte Kreuzer vor dem Relegations-Rückspiel am Montag im Karlsruher Wildpark gegen den Drittligisten Jahn Regensburg (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER, Zusammenfassung, Mo., ab 22.30 Uhr im TV auf SPORT1).

Nach dem 1:1 im Hinspiel am Freitagabend (Bericht) hatte sich Kreuzer kaum beruhigen können.

Grund des Zorns: Der mehr als umstrittene Foulelfmeter, den Regensburgs Selcuk Alibaz zur 1:0-Führung (58.) der Gastgeber nutzte.

KSC baut auf Heimstärke

Die TV-Bilder bestätigten Kreuzer später. Jahn-Verteidiger Stefan Binder hatte sich im Strafraum der Gäste fallen lassen - und Schiedsrichter Christian Dingert war darauf hereingefallen.

KSC-Trainer Markus Kauczinski wollte sich mit der Szene des ersten Spiels nicht lange aufhalten, sondern erinnerte seine Profis vor dem entscheidenden Duell an die eigene Heimstärke:

"Wir haben Frankfurt zu Hause geschlagen und Paderborn bezwungen. Das sind Dinge, die sind in den Köpfen drin, die lassen uns hoffen. Aber es wird ein Kampf bis zum Schluss", sagte Kauczinski.

Unter seiner Regie gewannen die von vielen schon abgeschriebenen Badener die letzten vier Ligapartien im Wildpark (kein Gegentreffer).

Vorfreude bei Regensburg

Regensburgs Tobias Schweinsteiger setzt vor dem Showdown weiter auf die Außenseiterchancen seines Teams.

"Das wird alles ein Riesenspaß am Montag. Und wenn es 120 Minuten geht. Diese zwei Spiele sind für uns ein Traum", sagte der Jahn-Kapitän.

Schweinsteiger geht zu den Bayern

Im Erfolgsfall kann der Bruder von Nationalspieler Bastian Schweinsteiger die Früchte allerdings nicht mehr ernten.

Tobias Schweinsteiger wechselt zum FC Bayern II in die Regionalliga und spielt dann erstmals in einem Verein mit seinem Bruder.

Weinzierl mauert

Auch Jahn-Coach Markus Weinzierl steht offenbar vor dem Absprung. Seit knapp zwei Wochen ist der 37-Jährige erster Anwärter auf den Trainerposten bei Bundesligist FC Augsburg.

Vor der Partie in Karlsruhe mauerte er aber weiter. "Es macht keinen Sinn, wenn man immer über mich spricht", sagte Weinzierl.

Erstmal solle die Mannschaft im Vordergrund stehen, die als bestes Auswärtsteam der Dritten Liga nun auf genau diese Stärke baut.

"Wir haben so eine tolle Saison gespielt und wissen, dass wir auch am Montag nicht ohne Chance sind", meinte der Coach.

KSC-Abstieg wäre eine Katastrophe

Die Karlsruher, die dank des Ausgleichstreffers von Pascal Groß (76.) eine glänzende Ausgangsposition haben, waren erst einmal in die Drittklassigkeit abgestiegen - im Jahr 2000.

Das Bundesliga-Gründungsmitglied steht im Fall eines Absturzes vor einer Herkulesaufgabe.

Nur drei Profis aus dem aktuellen Kader haben einen Vertrag für die Dritte Liga. Immerhin würde als Hoffnungsträger Coach Kauczinski (Vertrag bis 2014) bleiben.

Der Etat müsste um knapp die Hälfte von 7,5 Millionen Euro auf rund 4 Millionen reduziert werden.

Statistik spricht für Regensburg

Allerdings hat der KSC in Vize-Präsident Günter Pilarski einen großzügigen Geldgeber in den eigenen Reihen.

Der Industrielle aus der Recyclying-Branche soll angeblich seit vergangenem Jahr fünf Millionen Euro in den Verein gepumpt haben.

Doch der KSC dürfte gewarnt sein. Seit der Einführung der Relegationsspiele hatte sich in Dynamo Dresden, dem FC Ingolstadt und dem SC Paderborn bisher immer der Drittligist durchgesetzt.

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