Oliver Kreuzer (3.v.l.) ist seit dem 27. Mai 2011 Sportlicher Leiter beim Karlsruher SC © getty

Karlsruhes Sportchef hätte nach dem Remis in der Relegation in Regensburg eigentlich happy sein können. Das Gegenteil war der Fall.

Regensburg - Oliver Kreuzer war einfach nicht zu beruhigen.

Auch 20 Minuten nach Spielende brodelte der Sportdirektor des Karlsruher SC noch wie ein Vulkan.

"Unglaublich. Schwach, das ist schwach. Wie alt ist der? 19? Hier muss der DFB einen erfahrenen Top-Mann herschicken. Das kann nicht sein", schimpfte Kreuzer nach dem 1:1 des Zweitligisten im Relegations-Hinspiel bei Jahn Regensburg (Bericht) über den 31 Jahre alten Schiedsrichter Christian Dingert.

Grund des Zorns: Der Foulelfmeter, den Dingert dem Drittligisten in der 58. Minute zugesprochen hatte und der von Selcuk Alibaz zum 1:0 genutzt wurde.

Jahn-Verteidiger Stefan Binder war mit Tempo in den KSC-Strafraum eingedrungen und hatte sich dann fallen lassen.

Die TV-Bilder zeigten dies unzweifelhaft.

"Er muss sich doch zu 100 Prozent sicher sein"

"Der ist blank durchgelaufen, keiner hat ihn berührt. Ich verstehe nicht, wie man in so einem Spiel so einen Elfmeter pfeifen kann", ereiferte sich Kreuzer weiter.

"Er hat geglaubt, dass es einen Kontakt gab, aber er muss sich doch zu 100 Prozent sicher sein. Der DFB sollte sich mal überlegen, was er da macht."

KSC-Trainer Markus Kauczinski ging wesentlich gelassener mit der Szene um, haben die Badener nach dem Unentschieden doch allerbeste Voraussetzungen, den Verbleib in der 2. Liga zu sichern. (DATENCENTER: Die Relegation)

"Er ist nicht hier, sonst würde ich ihm schon sagen, dass er schlecht war", meinte der Coach in der Pressekonferenz in ruhigem Ton über den Schiedsrichter, fügte aber auch hinzu:

"Wir haben Frankfurt zu Hause geschlagen und Paderborn bezwungen. Das sind Dinge, die sind in den Köpfen drin und die uns hoffen lassen."

Zuversicht bei beiden Trainern

Beide Trainer blickten schon auf das Rückspiel: "Beide Mannschaften haben am Montag die gleiche Ausgangsposition wie heute. Man muss abwarten, was passiert", meinte Kauczinski.

Sein Kollege Markus Weinzierl erklärte: "Wir wissen, dass wir auswärtsstark sind und fahren nicht ohne Hoffnungen nach Karlsruhe."

Schon im SPORT1-Interview vor der Partie hatte Weinzierl zuversichtlich geklungen:

"In solchen Spielen ist immer alles möglich. Auch wenn wir Außenseiter sind, können wir im Auswärtsspiel mit unserer Auswärtsstärke das ganze Ding nach Hause bringen."

"Wir gewinnen das Spiel. Aus die Maus"

Kreuzer machte mit Blick auf das Rückspiel am Montag (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER, Zusammenfassung, Mo., ab 22.30 Uhr im TV auf SPORT1) im Wildpark, noch immer kochend wie ein Wasserkessel, dem der Deckel gleich wegfliegt, unmissverständlich klar.

"Wir gewinnen das Spiel. Aus die Maus. Ich verschwende null Gedanken an einen Abstieg."

Dem Ausgleichstreffer des starken Pascal Groß (76.) hatte er diese gute Ausgangsposition zu verdanken.

Regensburg kämpferisch

Das Hinspiel beim Drittligisten hatte bewiesen, dass der KSC über individuelle Vorteile verfügt und Regensburg nur mit enorm hohem Aufwand dagegenhalten kann.

Die Oberpfälzer geben sich dennoch kämpferisch.

"Diese zwei Spiele sind für uns ein Traum. Das wird alles ein Riesenspaß am Montag. Und wenn es 120 Minuten geht", sagte Kapitän Tobias Schweinsteiger, der den Jahn verlassen wird.

Schweinsteiger wechselt zum FC Bayern II in die Regionalliga und spielt dann erstmals in einem Verein mit seinem Bruder Bastian Schweinsteiger.

Weinzierl wird über Zukunft sprechen

In Karlsruhe wird Jahn-Trainer Markus Weinzierl womöglich auch über seine Zukunft sprechen.

Seit gut einer Woche wird der 37-Jährige als neuer Coach beim FC Augsburg gehandelt, mauerte aber am Freitag weiter, obwohl er seinen Wechsel bei SPORT1 zumindest indirekt bestätigt hatte.

"Es macht keinen Sinn, wenn man immer über mich spricht", sagte Weinzierl nur.

"Ein Kampf bis zum Schluss"

Erstmal solle die Mannschaft im Vordergrund stehen, die als bestes Auswärtsteam der 3. Liga nun auf genau diese Stärke baut.

"Wir haben so eine tolle Saison gespielt und wissen, dass wir auch am Montag nicht ohne Chance sind", betonte Weinzierl erneut.

Und Kauczinski ergänzte: "Es bleibt ein Kampf bis zum Schluss."

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