Selcuk Alibaz (l.) kam 2010 vom SC Paderborn nach Regensburg © getty

Der KSC erkämpft sich im Hinspiel auswärts ein Remis. Regensburg geht durch einen umstrittenen Elfer in Führung, Groß gleicht aus.

Regensburg - Der Karlsruher SC hat beste Chancen, den drohenden Abstieg aus der Zweiten Liga zu verhindern.

Im Relegations-Hinspiel erkämpfte sich die Mannschaft von Markus Kauczinski beim Drittligisten Jahn Regensburg ein 1:1 (0:0) und geht damit mit einer guten Ausgangsposition ins Rückspiel am Montag im eigenen Stadion (DATENCENTER: Die Relegation).

Pascal Groß (76.) sorgte mit seinem Treffer zum 1:1 für Erleichterung beim ehemaligen Europapokal-Teilnehmer.

Selcuk Alibaz hatte Regensburg mit einem Foulelfmeter in der 58. Minute in Führung gebracht.

"Habe mich selbst gewundert"

Allerdings war der Pfiff von Schiedsrichter Christian Dingert aus Lebecksmühle höchst umstritten, da Sebastian Schiek Regensburgs Stefan Binder nicht berührt hatte.

"Ich habe mich selbst gewundert, ich hätte den Elfmeter nicht gegeben", sagte Binder.

"Die Erleichterung ist natürlich groß, dass wir das Auswärtstor gemacht haben. Es war aber mehr drin, doch wir haben unser Auswärtsgesicht gezeigt", meinte KSC-Torhüter Dirk Orlishausen. Ähnlich sah es Kauczinski: "Das Ergebnis ist nicht schlecht. Aber ganz zufrieden bin ich auch nicht."

KSC mit besserem Start

Außenseiter Regensburg, der zuletzt 2004 zweitklassig gespielt hatte, benötigt nun eine große Überraschung, um seinem Trainer Markus Weinzierl den wahrscheinlichen Abschied mit dem Aufstieg zu versüßen.

Weinzierl wird seit einigen Tagen als Nachfolger von Jos Luhukay beim Erstligist FC Augsburg gehandelt. Eine Entscheidung des 37-Jährigen ist erst nach dem Ende der Relegationsspiele zu erwarten.

Der KSC hatte den besseren Start, wirkte gefälliger und spielte seine technischen Vorteile aus. Insgesamt waren die Aktionen aber dennoch etwas zu kühl und kontrolliert, die Entschlossenheit im Offensivspiel fehlte.

Die Badener, die im Jahr 2000 schon einmal den bitteren Gang in die 3. Liga antreten mussten, erweckten ein Eindruck, mit einem Unentschieden jederzeit gut leben zu können.

Schweinsteiger spielt doch

Die Oberpfälzer, bei denen Kapitän Tobias Schweinsteiger, der noch am Mittwoch das Training wegen muskulären Problemen abgebrochen hatte, doch spielte, begannen viel zu ängstlich.

Auch der Bruder des Bayern-Stars Bastian Schweinsteiger blieb relativ blass. Eine Reihe von Fehlpässen prägten die recht fahrige Anfangsphase des Jahn.

Erst ein Eckball in der 15. Minute weckte den Drittligisten auf. Mittelfeldspieler Tobias Schlauderer hatte dabei den Ball aus kurzer Entfernung ins Tor geschossen.

Schiedsrichter Dingert gab den Treffer aber wegen eines anbgeblichen Foulspiels nicht. Regensburg wurde nun aggressiver und gestaltete das Spiel ausgeglichener.

Ausverkauft - nach acht Jahren

Allerdings wurde den 10.724 Zuschauern im erstmals seit über acht Jahren ausverkauften Jahn-Stadion relativ wenig Berauschendes geboten.

Die Partie verflachte zusehends, auch weil der KSC weiterhin keinerlei Zug zum Tor entwickelte.

Einzig bei Flanken oder Freistößen des auffällig guten Groß wurde die Abwehr der Weinzierl-Elf auf die Probe gestellt und machte dabei keinen sonderlich sattelfesten Eindruck.

Spiel auf Augenhöhe

Doch mit hohem Einsatz und großer Laufbereitschaft hielt Regensburg dagegen und glich individuelle Nachteile aus.

Auch nach der Pause blieb es ein Spiel auf Augenhöhe. Das Team der Namenlosen verdiente sich durch den Kampf auch das Führungstor, auf das der KSC zunächst nur mit einem Fernschuss von Groß (63.), den Routinier Michael Hofmann aber gut parierte.

Dreizehn Minuten später zog Groß aber erneut aus der Distanz ab und überwand Hofmann.

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