Fortuna-Leihspieler Tobias Levels steht bis 2013 in Mönchengladbach unter Vertrag © getty

Im SPORT1-Interview erklärt Düsseldorfs Tobias Levels die Marschroute gegen Hertha BSC. Vor allem mentale Stärke sei entscheidend.

Von Thorsten Langenbahn

Düsseldorf/Berlin ? Tobias Levels ist so etwas wie ein Experte in Sachen Relegation.

Schon im vergangenen Jahr war der Verteidiger mit Borussia Mönchengladbach dabei, als die "Fohlen" in letzter Minute gegen den VfL Bochum den Klassenerhalt sicherten.

"Da geht es darum, wer den klarsten Kopf hat auf dem Platz und wer als Mannschaft die beste Leistung in den zwei Spielen abrufen kann", erinnert sich Levels

Allerdings gehörte der 25-Jährige da bereits nicht mehr zum Stamm, weshalb er sich in dieser Saison an Fortuna Düsseldorf ausleihen ließ.

Nun steht er mit den Rheinländern erneut in der Relegation am 10. und 15. Mai gegen den Bundesliga-16. Hertha BSC Berlin (Hinspiel ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

Im SPORT1-Interview spricht Levels über das packende Saisonfinale der Fortuna gegen Duisburg, die Außenseiterrolle im Duell mit der Hertha und den vermeintlichen Heimvorteil im Relegations-Rückspiel.

(Zusammenfassung, Do., ab 23.30 Uhr im TV auf SPORT1)

SPORT1: Herr Levels, Hand aufs Herz: Hätte sich die Fortuna das Herzschlagfinale mit dem 2:2 gegen den MSV Duisburg (Bericht) lieber erspart?

Tobias Levels: Die zweite Halbzeit gegen Duisburg war sehr bescheiden von uns. Wir wussten zwar, dass St. Pauli relativ klar gegen Paderborn führt, aber gegen zehn Mann hätten wir mehr auf Sieg spielen müssen. So war es immer eng. Eine Standardsituation kann da immer noch mal Gefahr ins Spiel bringen.

SPORT1: Ihre Mannschaft hatte es im Relegations-Dreikampf selbst in der Hand. Hat es das einfacher gemacht?

Levels: Wenn man die Dinge selbst in der Hand hat, ist das immer gut. Wir haben uns nach dem Spiel in Fürth sehr darüber gefreut und wollten gegen Duisburg unbedingt gewinnen. Leider ist uns das nicht gelungen, aber der Punkt hat ja auch gereicht.

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SPORT1: War diese Art Endspiel eine gute Übung für die beiden Relegationsspiele?

Levels: Da gibt es keine Übung. Wenn am Donnerstag das Spiel angepfiffen wird, dann ist egal, was vorher gewesen ist. Ich habe das letztes Jahr mit Gladbach schon mitgemacht. Da geht es darum, wer den klarsten Kopf hat auf dem Platz und wer als Mannschaft die beste Leistung in den zwei Spielen abrufen kann.

SPORT1: Der Gegner heißt Hertha BSC Berlin. Hätten Sie sich lieber ein Rhein-Derby gegen den 1. FC Köln gewünscht?

Levels: Die Fans wollten das natürlich. Mir ist das egal. Wir wollen in den zwei Spielen einfach Top-Leistungen bringen. Dann schauen wir mal, was dabei raus kommt (BERICHT: Es wird "unangenehm") .

SPORT1: Wie schätzen Sie die klassenhöheren Berliner ein?

Levels: Die Hertha ist Favorit. Sie haben durch die Bank eine gute Qualität, gerade auch in der Offensive. Diese Qualität haben sie in der Runde immer mal wieder aufblitzen lassen.

SPORT1: Aber nicht so oft...

Levels: Insgesamt hatten sie ein schweres Jahr, aber das zählt jetzt nicht mehr. Sie haben mit dem Sieg gegen Hoffenheim reichlich Selbstvertrauen getankt. Von daher werden wir auf eine sehr starke Berliner Mannschaft treffen.

SPORT1: Die 51.000 Zuschauer in der Esprit-Arena gegen den MSV waren ein neuer Zweitliga-Rekord für die Fortuna. Ist es ein Vorteil, das Relegations-Rückspiel im eigenen Stadion zu bestreiten?

Levels: Vermeintlich ja. Auf dem Papier ist es immer ein Vorteil, wenn man das Rückspiel zu Hause hat. Aber wie gesagt: In der Relegation muss man nicht versuchen, irgendwelche Regeln anzuwenden. Die sind total außer Kraft gesetzt.

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