Fabian Greve staunt über das Chaos rund um den Doch-Nicht-Rauswurf von St Paulis Trainer Schubert.

Was für ein Chaos auf dem Kiez - "Manic Monday" am Millerntor! Eine Schmierenkomödie, die eigentlich ins St.Pauli-Theater auf der Reeperbahn gehört.

Am Montag um 14 Uhr wollte das Präsidium auf einer Pressekonferenz den Rauswurf von Andre Schubert verkünden.

Doch wie so oft beim Kiezklub: Es kam anders als alle dachten. Im rappelvollen Medienraum tauchte neben dem Präsidum plötzlich auch Andre Schubert auf und den komplett verdutzten Journalisten wurde mitgeteilt, dass der Trainer nun doch bleibt!!

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Der überraschende Salto rückwärts, nachdem die Entlassung eigentlich schon vor zwei Wochen beschlossene Sache war!

Auch Andre Schubert selbst war komplett überrascht. Noch am späten Sonntagabend konnte ich ein langes Telefonat mit ihm führen und da er sich sicher war, gefeuert zu werden, haben wir uns verabschiedet und für die Zusammenarbeit bedankt.

Von dieser Art Telefonaten hatte er an diesem Abend schon zahlreiche geführt, ließ er mich noch wissen.

In einem langen Analyse-Gespräch am Montagvormittag hat er dann das Präsidium umstimmen können. Die Verantwortlichen sind "umgekippt" - einstimmige Mehrheit pro Schubert, der Rauswurf zurückgenommen.

Unglaublich, ausgerechnet der ? auch nach eigener Aussage - undiplomatische, schroffe und brüskierende Schubert hat die Funktionsträger doch noch umstimmen können.

Stattdessen geht es jetzt scheinbar dem Sportchef an den Kragen. Helmut Schulte fehlte auf der Pressekonferenz ? mit der fadenscheinigen Begründung des Präsidiums, dass Schulte bei den Analyse-Gesprächen nicht dabei sei.

Wie bitte???

Der Sportchef bei Saisonanalyse und Ausblick auf die kommende Spielzeit nicht dabei?? Wo gibt's denn so was??

Da die Entlassung ja beschlossene Sache war, führte Schulte während des Gesprächs zwischen Präsidium und Trainer schon Gespräche mit einem potenziellen Nachfolger für Schubert. Der komplette Wahnsinn!

Und es kommt noch dicker: Schubert und auch die Spieler sind nicht unbedingt gut auf Schulte zu sprechen. Die Art und Weise, wie er mit den Profis Vertragsverhandlungen führt oder eben nicht führt, ist vielen sauer aufgestoßen. Nun könnte es also heißen: Bye Bye Schulte statt Bye Bye Schubert!

Wie auch immer dieses "große Theater" ausgeht: Der Verein ? sprich Vorstand - hat eine extrem unglückliche Figur abgegeben und steht als Verlierer da.

Anders als Andre Schubert. Der bleibt Trainer und geht somit als Gewinner aus dieser verdammt schrägen Kieznummer hervor...

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