Helmut Schulte (r.) verpflichtete Andre Schubert im Sommer 2011 als Trainer © imago

Nach dem überraschenden Treueschwur für den Trainer gerät der Sportchef stark unter Druck. Auch aus dem Team kommen Vorwürfe.

Von Tobias Wiltschek

München - Für die Spieler des FC St. Pauli ist die Saison nach dem knapp verpassten Bundesliga-Aufstieg seit Sonntag vorbei.

In der Führungsetage des Kiez-Klubs geht die Spielzeit indes in die Verlängerung.

Nachdem das Präsidium am Montag in der Trainerfrage eine Kehrtwende um 180 Grad vollzogen und Andre Schubert doch das Vertrauen ausgesprochen hatte (Bericht), deutet nun vieles auf einen Rauswurf des Sportchefs hin.

Schulte kommt schlecht weg

Denn Helmut Schulte kam offenbar bei dem offiziell als "Analysegespräch" bezeichneten Treffen mit Schubert sehr schlecht weg - und konnte sich nicht einmal dagegen wehren.

Er war schlicht und einfach nicht dabei, als Schubert nach Medienberichten über die schlechte Zusammenarbeit mit Schulte geklagt haben soll.

Hinweise auf Rauswurf

Beide Fakten - seine Abwesenheit und die Beschwerde des Trainers - können als klare Hinweise auf einen bevorstehenden Rauswurf des 54-Jährigen verstanden werden.

Schulte selbst will davon freilich nichts wissen. "Ich glaube nicht, dass ich mir Sorgen machen muss", erklärte er in der "Hamburger Morgenpost".

[kaltura id="0_xxld5i5w" class="full_size" title="Video: Trainer-Posse bei St. Pauli"]

Vorwürfe von Spielern

Allerdings genießt der ehemalige Trainer der Hamburger wohl auch bei den Spielern nicht mehr den besten Ruf.

Der Grund: Schulte bemühe sich nicht ausreichend darum, die Leistungsträger des Vereins zu halten. Deniz Naki behauptete kürzlich, er habe gar kein Angebot zur Vertragsverlängerung erhalten. Davor war vom Verein offenbar kolportiert worden, er habe es abgelehnt.

Wegen ähnlicher Vorwürfe hatte Schulte im vergangenen Sommer nach dem Abstieg aus der Bundesliga schon einmal kurz vor der Entlassung gestanden.

Gespräch mit dem Vorstand

Vor seinem Analysegespräch mit dem Vorstand, das noch in dieser Woche stattfinden wird, gibt er sich bei "Sky" optimistisch: "Von irgendwelchen Differenzen zwischen mir und dem Gremium weiß ich nichts". Auch in der Zusammenarbeit mit dem Coach gebe es keine Probleme.

Dennoch kann angesichts der Vorkommnisse vom Montag bezweifelt werden, dass Schulte nach dem Gespräch noch Sportchef bei St. Pauli ist.

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