Norbert Meier übernahm im Januar 2008 den Trainerposten bei Fortuna Düsseldorf © getty

Die Relegation zwischen Düsseldorf und Berlin wird für viele eine Reise in die Vergangenheit. Preetz warnt vor seinem Ex-Klub.

Düsseldorf/Berlin - Richtig feiern wollten in der Düsseldorfer Esprit-Arena nach dem Erreichen der Relegationsspiele (10. und 15. Mai) nur die Fans.

Bei den Spielern war die Freude nach dem 2:2 gegen den MSV Duisburg dagegen verhalten.

"Es ist keiner ins Entmüdungsbecken gesprungen, das wir nicht haben", sagte Fortuna-Trainer Norbert Meier.

Der 53-Jährige lobte: "Auch wenn die Rückrunde nicht so erfolgreich war, sind wir immer dran geblieben. Die Mannschaft hat Außergewöhnliches geleistet."

Rehhagels erster Titel als Trainer mit Düsseldorf

Der souveräne Herbstmeister der Zweiten Liga zitterte sich auf der Zielgeraden nach durchwachsener Rückrunde in die Aufstiegsrelegation (Hinspiel ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) gegen Hertha BSC Berlin. (Zusammenfassung, Do., ab 23.30 Uhr im TV auf SPORT1)

Wie im Vorjahr Borussia Mönchengladbach erreichten die Berliner erst am 34. Spieltag durch das 3:1 gegen Hoffenheim (Bericht) die Zusatzchance auf den Klassenerhalt.

Für viele Beteiligte wird die Relegation eine Reise in die Vergangenheit.

Hertha-Coach Otto Rehhagel führte die Fortuna vor 32 Jahren als Trainer zum bislang letzten Titel, dem DFB-Pokal-Sieg. Für Rehhagel war es der erste Titel als Trainer.

Nicht "Rehhagel gegen Meier"

"Uns war klar, dass sich die Fortuna durchsetzen wird. Es sollte allen klar sein: Für uns Herthaner werden das keine einfachen Spiele", sagt "König Otto" in der "B.Z.". (BERICHT: Es wird "unangenehm")

Für den 73-Jährigen gibt es auch ein Wiedersehen mit Norbert Meier, den er acht Jahre lang in Bremen trainierte. Mit Werder wurden sie 1988 gemeinsam Deutscher Meister.

"Es geht nicht um Rehhagel gegen Meier", stellte der 20 Jahre jüngere Fortuna-Trainer auf SPORT1-Nachfrage klar. Dass er aber seinen früheren Lehrmeister ausgerechnet in den beiden Relegationsspielen wiedertrifft, "hätte ich auch nicht gedacht", gibt er zu.

Am Ende seiner Tage bei Werder wurde Meier von Rehhagel fast nur noch im eigenen Stadion eingesetzt. Deswegen pflegt er aber "keine Rache-Gedanken", stellt der Fortuna-Coach in der "Bild" klar. "Wir werden uns in Berlin normal begrüßen."

Lukimya bei Herthas Amateuren aussortiert

Für Düsseldorfs Sportdirektor Wolf Werner ist die Bekanntschaft zu Rehhagel weniger dienstlich.

"Vor 30 Jahren haben wir uns mal in Cannes im Urlaub getroffen", erzählte der 60-jährige Werner.

Für Fortuna-Verteidiger Assani Lukimya wird es eine Rückkehr nach Berlin. Der Deutsch-Kongolese war 2007 bei Herthas Amateuren aussortiert worden.

"Entwicklung in Düsseldorf großartig"

Hertha-Manager Michael Preetz, der mit Rehhagel das Spiel gegen Duisburg in der Esprit-Arena verfolgte, spielte acht Jahre lang bei der Fortuna, wurde dort 1986 Profi.

"Für mich als gebürtiger Düsseldorfer hier die Relegation zu spielen, ist schon eine kuriose Situation, aber das passt zu dieser kuriosen Saison", sagte Preetz zu SPORT1.

"Die Entwicklung in Düsseldorf ist großartig. Sie haben ein fantastisches Stadion, sind traditionell heimstark und haben eine Mannschaft, die mit sehr viel Power und Offensivkraft spielt. Ein sehr unangenehmer Gegner", weiß Preetz.

"Erweiterter Pokalcharakter"

"Der Erstligist ist immer klarer Favorit", sagte Fortuna-Sportdirektor Wolf Werner zu SPORT1.

In den letzten beiden Duellen in der Zweitliga-Saison 2010/11 siegte jeweils die Hertha: 2:1 in Düsseldorf und 4:2 im Rückspiel in Berlin.

Kapitän Andreas Lambertz sieht Düsseldorf ebenfalls als Außenseiter, schreibt den beiden Duellen aber "erweiterten Pokalcharakter" zu.

Traum von der Bundesliga

Der Traum von einer Rückkehr ins Oberhaus nach 15 Jahren lebt in der Rheinmetropole weiter.

Vor 70.000 Zuschauern im Olympiastadion will sich der Underdog am Donnerstag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) nicht verstecken.

"Wenn man sich hinten reinstellt, wird man Schwierigkeiten bekommen", sagt Werner und fügt hinzu: "Wir sind eine offensiv ausgerichtete Mannschaft."

Fortuna setzt auf Heimstärke

Wie im Europapokal gilt auch in der Relegation: Auswärtstore zählen doppelt. Im Rückspiel am 15. Mai hofft der Außenseiter auf den Heimvorteil in der Esprit-Arena.

Die Fortuna verlor in der Liga nur eins der letzten 30 Heimspiele, 2:3 hieß es Mitte Dezember gegen Paderborn.

Nur vier Tage später unterlagen die Düsseldorfer im DFB-Pokal-Achtelfinale Borussia Dortmund, zwangen den diesjährigen Pokalfinalisten allerdings bis ins Elfmeterschießen (4:5).

Rösler will vierten Erstliga-Aufstieg

"Das ist schon was Besonders", sagt Sascha Rösler über die Heimstärke der Fortuna.

Der beste Fortuna-Torschütze (13 Treffer) kündigte an, seine aktive Karriere nach dieser Saison beenden zu wollen und in anderer Funktion bei Düsseldorf zu bleiben.

Vorher will der 34-Jährige seine Laufbahn mit dem vierten Erstliga-Aufstieg krönen. Mit Ulm (1999), Aachen (2006) und Mönchengladbach (2008) schaffte er das bereits.

Lasogga verletzt, Dum gesperrt

Für Hertha-Stürmer Pierre-Michel Lasogga ist die Saison vorzeitig beendet. Der 20-Jährige erlitt gegen Hoffenheim einen Kreuzbandriss, fällt sechs Monate aus.

Die Fortuna muss in Berlin auf Linksverteidiger Sascha Dum verzichten, der gegen Duisburg seine fünfte Gelbe Karte sah.

Rösler sagt gewohnt angriffslustig: "Wir haben nichts zu verlieren. Ich glaube, das wird eine ganz, ganz enge Kiste."

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