Andre Schubert kam 2011 vom SC Paderborn zum FC St. Pauli © getty

St. Pauli vermöbelt Paderborn, verpasst aber den Relegationsplatz. Die Entlassung des Trainers gilt als beschlossene Sache.

Hamburg - Nach dem verpassten Aufstieg des FC St. Pauli gilt die Entlassung von Trainer Andre Schubert als beschlossene Sache.

Einen entsprechenden Bericht der "Sport Bild" wollte Helmut Schulte auf SPORT1-Nachfrage zwar nicht bestätigen, der Sportdirektor dementierte aber auch nicht.

"Ich muss mich mehr mit den Gremien des Vereins beschäftigen. Und ich muss lernen, anders mit Fehlern und Niederlagen umzugehen. Das habe ich von der Mannschaft gelernt", räumte Schubert gegenüber "Bild" ein.

Und dann fügte er noch hinzu: "Seit dem ich hier so massiv öffentlich in der Kritik stehe, hat keiner aus dem Präsidium mit mir gesprochen."

Mit seiner Art ("Ich bin nicht der Diplomatischste") stieß Schubert Sponsoren vor den Kopf, geriet mit Präsidiumsmitgliedern aneinander. Nach dem Cottbus-Spiel Ende März musste er bei den Bossen zum Rapport antreten.

Pauli-Boss Stefan Orth sagte zu einem angeblich beschlossenen Aus: "Das ist sachlich falsch." Schubert meinte nur: "Es wird Anfang der Woche Gespräche mit dem Präsidium geben."

Gerüchte über mögliches Aus

Bereits unter der Woche hatten Gerüchte über ein mögliches Aus Schuberts bei Pauli die Runde gemacht, er soll sich mit Teilen der Mannschaft überworfen haben.

"Man hat heute gesehen, dass es zwischen dem Trainerteam und der Mannschaft keinen Stress gibt", sagte der 40-Jährige allerdings nach dem 5:0-Sieg am letzten Spieltag gegen den SC Paderborn.

"Ich muss an mir arbeiten"

Was wohl für Schuberts Verbleib auf dem Kiez gilt: "Ich muss an mir arbeiten", sagte er am Sonntag.

Der Trainer wähnte sich durchaus noch im Amt, als er über den höchsten Saisonsieg referierte, und er war es auch noch, als er gegen 17 Uhr das Millerntor verließ.

"Alles Quatsch", ließ St. Paulis Medienchef Christian Bönig verlauten, die Vereinsoffiziellen hingegen hüllten sich mal wieder in Schweigen.

Düsseldorf nicht einzuholen

Trotz des Erfolges gegen den direkten Mitkonkurrenten hat Pauli die beiden Relegationsspiele gegen den Bundesliga-Sechzehnten Hertha BSC Berlin verpasst (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Hamburger konnten den Tabellen-Dritten Fortuna Düsseldorf (2:2 gegen Duisburg) nicht mehr abfangen.

Vor 24.487 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion stellten die Hanseaten schon vor dem Seitenwechsel die Weichen auf Sieg.

Verteidiger Lasse Sobiech war nach exakt einer halben Stunde per Kopfball erfolgreich, in der 36. Minute schloss Max Kruse einen Alleingang mit seinem 13. Saisontreffer ab.

Naki trifft zum Abschied

Florian Bruns (60.), Moritz Volz (65.) und Deniz Naki (90.+1) in seinem letzten Spiel für Pauli schossen die weiteren Treffer für die Hausherren.

"Ich bin begeistert von dem Spiel. Meine Mannschaft hat eine überragende Leistung gezeigt", sagte Schubert.

"Es ist hart, ein solches Spiel so zu verlieren. Nach den Gegentoren waren wir nicht in der Lage, entscheidend dagegenzuhalten", stellte Paderborns Trainer Roger Schmidt enttäuscht fest.

Erste Chance in 44. Minute

Die Gäste erwiesen sich insbesondere in der ersten Halbzeit als zu ungefährlich vor dem gegnerischen Tor, auch Torjäger Nick Proschwitz konnte sich nicht entscheidend durchsetzen.

Es dauerte bis zur 44. Minute, ehe die Ostwestfalen duch Alban Meha zu ihrer ersten Einschussmöglichkeit kamen.

Der kampfstarke Moritz Volz und Torschütze Kruse waren die stärksten Akteure bei den Norddeutschen, die die Rückserie ohne Heimniederlage abschlossen.

Spaßvogel sorgt für Verwirrung

Bitter für die "Kiez-Kicker": Rund zehn Minuten vor dem Spielende herrschte am Millerntor Hochstimmung.

Ein "Spaßvogel" auf der Tribüne hatte den anderen Fans fälschlicherweise erzählt, dass Duisburg in Düsseldorf zum 3:2 getroffen hätte.

Dies hätte den dritten Platz für St. Pauli bedeutet.

Das Gerücht kam auch bei Schubert an: "Wir haben uns für ein paar Minuten sehr gefreut. Aber so ist es eben."

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