Eric Meijer (r.) tröstet Alemannia-Stürmer Stiepermann nach dem Schlusspfiff © imago

Trotz des Sieges bei 1860 herrscht beim stolzen Traditionsklub Trauer. Niemand weiß, wie es weitergeht.

München - Einst stolzer Bundesligist und gefeierter Pokalschreck, künftig nur nur noch 3. Liga und viele Fragezeichen hinter der Zukunft:

Der Traditionsklub Alemannia Aachen verabschiedete sich tränenreich aus dem Fokus des Profi-Geschäfts (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)..

Trotz des 2:1 (2:1) nach Toren von Albert Streit und Alper Uludag bei einem Gegentreffer von Stefan Aigner am 34. und letzten Spieltag der Zweiten Liga bei 1860 München verpasste Aachen am Ende auch den letzten Strohhalm, sprich Relegationsspiel, und ist als Tabellen-17. erstmals seit 22 Jahren wieder drittklassig.

Am Ende nutzte auch der sechste Saisonsieg im Fernduell mit dem Karlsruher SC (1:0 gegen Eintracht Frankfurt) nichts. Zwei Punkte fehlten zum Relegationsplatz, vier zum Erreichen des rettenden Ufers. Nur 30 erzielte Tore zeigen das Dilemma der Alemannia in der gesamten Saison.

Fans fassungslos

Nach dem Abpfiff herrschte bei den zahlreichen mitgereisten Fans Fassungslosigkeit. "Das ist bitter und traurig. Die Fans weinen, weil sie mit ganzem Herzen an dem Verein hängen", sagte Kapitän Albert Streit, der zugleich ein erstes Fazit zog:

"Nicht jeder hat immer alles abgerufen, was er kann. Jeder muss sich nun an die eigenen Nase fassen, denn jeder hat etwas zu dieser Situation beigetragen."

Lob für Außem

Allein drei Siege hatte Aachen seit Anfang April unter Ralf Außem, Trainer Nummer drei nach Peter Hyballa und Friedhelm Funkel in der abgelaufenen Spielzeit, gefeiert. "Vielleicht ist er zu spät gekommen. Wie wir unter ihm gespielt haben, das war richtig gut", sagte Ex-Nationalspieler David Odonkor.

Außem selbst ist davon überzeugt, dass die Fehler in dieser Saison "nicht am 33. oder 34. Spieltag gemacht wurden". "Wir haben einfach zu wenig Spiele gewonnen. Wir müssen uns jetzt schütteln und weitermachen."

Kein Spieler mit Vertrag

Wie es weitergehen wird, vermochte er nicht zu sagen, zumal unter anderem kein Spieler einen Vertrag für die 3. Liga besitzt und auch Geschäftsführer Erik Meijer Abschied nimmt. Außem: "Ich stehe auch in der 3. Liga zur Verfügung. Aber die Entscheidung liegt nicht bei mir."

Es war ein langsamer Abschied der Alemannia, der sich mit den Entwicklungen der vergangenen Jahre mit den Plätzen 13 (Saison 2009/10) und 10 (2010/11) bereits abzeichnete und in der gerade abgelaufenen Chaos-Saison endete. Neben den sportlichen Problemen hatte der Klub sorgte der Klub auch wirtschaftlich für Schlagzeilen.

Grund dafür waren unter anderem finanzielle Schwierigkeiten, die in dem 50 Millionen Euro teuren und 2009 eröffneten Tivoli-Stadion begründet waren.

Stadt rettet Klub

Mit einer Bürgschaft rettete die Stadt Aachen ihren Klub vor dem drohenden Lizenzentzug. Trotz der Bürgschaft mussten einige Leistungsträger des Teams verkauft werden. In der 3. Liga steht ein Neuaufbau bevor.

Die Alemannia, die dreimal im Pokalfinale stand, verabschiedet sich jedoch als Tabellenführer der ewigen Zweitliga-Tabelle nach 1020 Spielen in 28 von möglichen Spielzeiten. Die Bilanz: 406 Siege, 263 Unentschieden und 351 Niederlagen. Doch der letzte Erfolg in München blieb am Ende unbelohnt.

Weiterlesen