Fortunas Thomas Bröker (l.) gratuliert dem Torschützen Oliver Fink © getty

Die Düsseldorfer kommen gegen Duisburg nicht über ein Remis hinaus, qualifizieren sich aber dennoch für die Relegation.

Düsseldorf - Zittern, hoffen, bangen - und um 15.19 Uhr die Erlösung: Als Fortuna Düsseldorf sich nach einer schwachen Rückrunde doch noch in die Relegation gerettet hatte, war das Herzschlagfinale aber sofort abgehakt.

"Die Mannschaft hat Steherqualitäten gezeigt", freute sich Fortuna-Manager Wolf Werner und blickte dann gleich nach vorne: "Die Hertha ist der große Favorit. Da müssen wir eine ganz andere Leistung abrufen."(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Es kommt zum Showdown um den Bundesliga-Aufstieg gegen Hertha BSC (10./15. Mai) - und zu mehreren emotionalen Wiedersehen: Hertha-Trainer Otto Rehhagel hat die Fortuna 1980 zum bislang letzten Titel (DFB-Pokal) geführt, und Manager Michael Preetz hat ebenfalls eine Düsseldorfer Vergangenheit.

"Ich war im alten Rheinstadion noch Balljunge, das ist etwas Besonderes", berichtete der gebürtige Düsseldorfer und ehemalige Fortuna-Profi (1986 bis 1990). Mit acht Jahren war Preetz dem kleinen Düsseldorfer SC 99 beigetreten, nun muss er seinen Ex-Klub aus dem Weg räumen, um mit der Hertha eine Horrorsaison zu einem halbwegs versöhnlichen Ende zu bringen.

Rehhagel und Preetz verfolgten das Aufstiegsfinale live in der Esprit-Arena.

Exslager trifft und fliegt

Vor 51.000 Zuschauern wogte das Straßenbahnderby hin und her, jeder Treffer stellte den Aufstiegsdreikampf auf den Kopf.

Den frühen Schock durch Maurice Exslager (8.) steckte die Fortuna weg und konterte sofort. 1:1 Oliver Fink (18.), 2:1 Assani Lukimya (21.) - die Rheinländer waren vorn.

Doch der MSV gab sich selbst nach einer umstrittenen Gelb-Roten Karte gegen Exslager (22.) nicht auf, und Jürgen Gjasula (27.) machte das 2:2.

1997 aus Bundesliga abgestiegen

Ein weiteres MSV-Tor hätte nun das Aus für die Fortuna bedeutet, die erst 2004 wieder aus der Versenkung aufgetaucht war. 2003 hatte der Meister von 1933 eine Oberliga-Saison sogar nur auf dem achten Platz beendet.

1997 war "F95" aus der Bundesliga abgestiegen. Nun geht es um die Rückkehr nach 15 Jahren.

Hertha hat zuerst Heimrecht, das Rückspiel findet in Düsseldorf statt.

Ausschreitungen nach Abpfiff

"Für die Spiele gegen Berlin müssen wir die Kräfte bündeln. Wir fahren nach Berlin, um nicht zu verlieren", sagte Lukimya, während Kapitän Andreas Lambertz anfügte: "Es ist ein schönes Gefühl, dass wir es geschafft haben. Wir müssen uns jetzt gut vorbereiten, damit wir uns in Berlin eine gute Ausgangsposition erarbeiten."

Nach dem Spiel gab es unschöne Szenen. Fortuna-Anhänger stürmten den Platz, überrannten die Ordner, rissen Eisenstangen aus den Verankerungen.

Die Polizei schien überfordert, doch nach einigen Minuten beruhigte sich die Lage.

Fortuna dreht Rückstand

Die Gastgeber waren zuvor durch Exslager kalt erwischt worden. Bereits der erste gelungene Konter der Gäste führte zum Erfolg.

Nach Exslagers viertem Saisontreffer verstärkte der Herbstmeister den Druck und hatte durch den Ex-Duisburger Adam Bodzek in der 13. Minute eine gute Chance zum 1:1. Fünf Minuten später gelang dann Fink nach einer präzisen Flanke von Thomas Bröker der umjubelte Ausgleich.

Keine 180 Sekunden später verwandelte Lukimya, dessen Wechsel zum 1. FC Köln durch den Abstieg der Geißböcke geplatzt ist, das Stadion in einen Hexenkessel.

Gjasula sorgte dann wieder für lange Gesichter aufseiten der Fortuna. Nach der Pause spielte Fortuna zwar weiter auf Sieg, verstärkte aber aufgrund des Spielstandes in Hamburg beim Duell der direkten Konkurrenten FC St. Pauli und SC Paderborn (5:0) auch die Defensive.

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