Das Zweitliga-Urgestein absolvierte 307 Spiele im Unterhaus und erzielte 86 Tore © imago

Der streitbare Düsseldorfer Anführer beendet nach der Saison seine Karriere. Zuvor will er Fortuna noch den Aufstieg schenken.

München - Showtime in Liga 2:

Die drei Kandidaten Fortuna Düsseldorf, SC Paderborn und FC St. Pauli kämpfen am Sonntag (ab 13 Uhr im LIVE-TICKER) um den einen Platz im Gewinnspiel "Bundesliga-Relegation".

Die besten Karten haben die Düsseldorfer, die mit einem Heimsieg gegen den MSV Duisburg alles klarmachen können.

Doch kurz vor dem Westschlager trübte eine Nachricht die Vorfreude im Lager des Meisters von 1933 (DATENCENTER: Zweite Liga).

Routinier und Torjäger Sascha Rösler (13 Saisontreffer) wird seine Karriere offenbar doch nicht fortsetzen, sondern die Fußballschuhe an den Nagel hängen.

Provokateur und Aufstiegsspezialist

"Sascha wird nach dieser Saison nicht mehr Fußball spielen", sagte Röslers Berater Dirk Lips.

Der wegen seines oftmals aggressiven und provozierenden Auftretens umstrittene Offensivspieler soll in anderer Funktion an den Verein gebunden werden.

Aber davor will Rösler den Aufstieg mit der Fortuna schaffen, nach 1999 (Ulm), 2006 (Aachen) und 2008 (Mönchengladbach) wäre es sein vierter.

Relegation gegen Köln möglich

Sollte gegen den MSV der Sieg gelingen, würde die Fortuna am 10. und 15. Mai in der Relegation gegen den 1. FC Köln oder Hertha BSC um den Aufstieg in die Bundesliga spielen.

Punktgleich mit der Fortuna (61 Zähler) liegt der SC Paderborn auf Platz vier.

Die Ostwestfalen spielen beim FC St. Pauli (59), wo Paderborn ein Unentschieden reichen würde, falls die Fortuna verliert.

Nur bei einer Düsseldorfer Niederlage und einem gleichzeitigen Sieg gegen den SCP würde Bundesliga-Absteiger St. Pauli die Chance auf den Wiederaufstieg wahren (SERVICE: Tabellenrechner Zweite Liga).

Trainer Meier genießt die Spannung

"So eine Situation haben wir uns doch vor der Saison gewünscht. Zum Finale vor über 50.000 Zuschauern das entscheidende Spiel zu bestreiten, das ist doch herrlich", sagte Düsseldorfs Trainer Norbert Meier vor dem Spiel gegen seinen früheren Arbeitgeber MSV, bei dem er wegen der Kopfstoßaffäre 2005 gefeuert worden war.

Die Meidericher, die am vergangenen Wochenende den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht haben, machen ihrerseits aber Paderborn und St. Pauli Hoffnung, wenngleich Trainer Oliver Reck betont:

"Wir spielen nicht für Paderborn oder St. Pauli und auch nicht gegen Düsseldorf. Wir spielen nur für uns. Wir wollen unsere Serie ausbauen und gewinnen. Wir werden alles dafür tun, dass wir am Sonntag einen richtigen Fight liefern." (Interview)

Paderborn gegen den Ex-Trainer

Das hat sich auch der SC Paderborn gegen das Team seines ehemaligen Trainers Andre Schubert vorgenommen.

"Nichts ist unmöglich. Wir haben Energie und Motivation und können völlig befreit aufspielen", sagt Paderborns Erfolgstrainer Roger Schmidt vor dem Treffen mit seinem Vorgänger.

Während Paderborn mit breiter Brust an die Elbe reist, steht der Kiezklub weit mehr unter Druck.

Nach der 0:1-Pleite bei Dynamo Dresden am vergangenen Sonntag wollen sich die Paulianer mit einem Sieg rehabilitieren und ihr Publikum wieder gnädig stimmen.

Bleibt Schubert bei Pauli?

Unterdessen wird bei St. Pauli schon über die Nachfolge von Coach Schubert spekuliert, der angeblich vor einem vorzeitigen Abschied steht.

Die Chemie zwischen ihm und der Mannschaft soll nicht stimmen. Schubert wehrte sich am Freitag.

"Die Mannschaft gibt alles, die Chemie stimmt, sonst macht man beim FSV Frankfurt nicht ein 0:3 wett", sagte der Trainer:

"Ich bin sicherlich nicht der Diplomatischste unter der Sonne. Kann sein, dass ich den einen oder anderen mit meiner Art brüskiert habe."

Quartett kämpft um den Klassenerhalt

Ähnlich spannend wie der Kampf um Platz drei ist auch die Situation im Tabellenkeller, wo nur Hansa Rostock als Absteiger in die 3. Liga feststeht und der zweite direkte Absteiger sowie der Relegationsteilnehmer noch gesucht werden.

Alemannia Aachen hat als Vorletzter (28 Punkte) im Auswärtsspiel bei 1860 München die schlechtesten Karten und ist auf Schützenhilfe angewiesen, um den Relegationsrang 16 noch zu erreichen.

Fremde Hilfe für den direkten Klassenerhalt benötigt auch der Karlsruher SC (30), der aber immerhin aus eigener Kraft gegen Aufsteiger Eintracht Frankfurt den Relegationsplatz erfolgreich verteidigen kann.

Theoretisch kann es auch noch die punktgleichen (32) Ostvereine Erzgebirge Aue (gegen VfL Bochum) und Energie Cottbus erwischen.

SPORT1 hat die Fakten zum 34. Spieltag:

Karlsruher SC - Eintracht Frankfurt:

Der KSC hat seine jüngsten drei Heimspiele jeweils mit 2:0 gewonnen.

Von den bislang 59 Duellen mit den Frankfurtern konnten die Karlsruher nur 16 gewinnen (13 Unentschieden, 30 Niederlagen). Die Eintracht gewann drei seiner jüngsten vier Auswärtspartien.

Hinrunde: 0:2

Erzgebirge Aue - VfL Bochum:

Die seit sechs Begegnungen sieglosen Auer haben vier ihrer letzten fünf Auftritte verloren, drei davon ohne eigenen Treffer. Bochum wartet im Jahr 2012 noch auf seinen ersten Auswärtssieg (zwei Unentschieden, fünf Niederlagen).

Hinrunde 0:6

Hansa Rostock - SpVgg Greuther Fürth:

Für Rostock, das zuletzt drei Spiele in Folge verlor, ist der Abstieg in die Regionalliga bereits besiegelt.

Die bereits als Aufsteiger feststehenden Fürther, die seit 13 Begegnungen ungeschlagen sind (neun Siege, vier Unentschieden) konnten fünf der bislang zehn Duelle gegen die Hanseaten gewinnen (fünf Niederlagen).

Hinrunde 0:3

1860 München - Alemannia Aachen:

Die Münchner sind seit fünf Begegnungen ungeschlagen (drei Siege, zwei Unentschieden). Aachen, das noch nie bei 1860 München gewinnen konnte (sechs Unentschieden, vier Niederlagen), blieb auswärts zuletzt siebenmal sieglos (vier Unentschieden, drei Niederlagen).

Hinrunde 2:2

Energie Cottbus - Union Berlin:

Cottbus wartet seit zehn Begegnungen auf seinen zweiten Rückrundensieg (fünf Unentschieden, fünf Niederlagen). Union hat seine vergangenen drei Auswärtspartien verloren. Die Berliner konnten noch nie ein Pflichtspiel in Cottbus gewinnen (zwei Unentschieden, sechs Niederlagen).

Hinrunde 0:1

Eintracht Braunschweig - FC Ingolstadt:

Braunschweig wartet seit neun Begegnungen auf seinen zehnten Saisonerfolg. Ingolstadt, das noch nie ein Pflichtspiel gegen Braunschweig gewonnen konnte (ein Unentschieden, zwei Niederlagen), hat zwei seiner jüngsten drei Auftritte gewonnen (eine Niederlage).

Hinrunde 1:0

FSV Frankfurt - Dynamo Dresden:

Frankfurt hat keines seiner jüngsten sechs Heimspiele verloren (drei Siege, drei Unentschieden). Dresden, das erstmals in einem Pflichtspiel beim FSV antreten muss, holte aus den jüngsten Partien sieben Zähler.

Hinrunde 2:2

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