Energie Cottbus spielte zuletzt 1996/1997 in der Regionalliga © getty

In Cottbus fürchtet die ganze Region einen möglichen Abstieg in Liga drei. Trainer Bommer spürt Vorfreude. Auch Aue bangt.

Cottbus/Aue - Sie träumten von der Bundesliga, müssen jetzt aber den Absturz in die Dritte Liga fürchten:

Nur mit einem Sieg im Endspiel gegen Union Berlin (So., ab 13 Uhr im LIVE-TICKER und Zusammenfassung ab 18 Uhr bei "Hattrick die 2. Bundesliga" im TV auf SPORT1) kann Energie Cottbus ganz sicher den Klassenerhalt in der Zweiten Liga schaffen.

Bei einer Niederlage im Ostderby droht den Lausitzern am Ende einer katastrophalen Saison nach 15 Jahren der bittere Gang zurück in die Drittklassigkeit.

Von Existenzangst ist beim FCE trotzdem nichts spürbar.

"Können viel gutmachen"

"Es gibt eine gewisse Vorfreude auf dieses Spiel, weil wir viel gutmachen können, was wir in der laufenden Saison kaputt gemacht haben", sagte Trainer Rudi Bommer.

Der frühere Bundesliga-Spieler achtet mit Argusaugen darauf, dass keine Panik in Cottbus aufkommt: "Die Anspannung ist groß, aber ich habe bislang nicht mitbekommen, dass die Spieler Angst haben."

Die Lage in der Tabelle ist allerdings prekär. Bei einem Sieg des Karlsruher SC gegen Aufsteiger Eintracht Frankfurt und einer zeitgleichen eigenen Niederlage gegen Union droht der Absturz auf den Relegationsplatz. (DATENCENTER: Zweite Liga).

Remis könnte reichen

Anschließend käme es zu zwei Duellen mit dem Drittplatzierten der Dritten Liga. Bei einem Unentschieden könnte Cottbus schon gerettet sein. (SERVICE: Tabellenrechner Zweite Liga)

"Bei uns überwiegt die Zuversicht", sagt Kapitän Marc-Andre Kruska: "Jetzt müssen wir alles, was vorher passiert ist, hinter uns lassen. Jetzt gelten nur noch die 90 Minuten."

Seit dem Weggang von Trainer Pele Wollitz in der Winterpause zum Drittligisten VfL Osnabrück lief beim früheren Bundesligisten nicht viel zusammen. Unter Nachfolger Bommer wartet Energie seit zehn Spielen auf einen Sieg.

Wollitz war zum einen aus privaten Gründen, zum anderen aber auch deswegen gegangen, weil Platz neun zur Halbzeit eine absolute Enttäuschung war. Derzeit wäre man in der Lausitz über einen einstelligen Tabellenplatz heilfroh.

Region hält zusammen

Immerhin: In den vergangenen Tagen hat der drohende Abstieg die Region zusammengeschweißt. In Cottbus wurden alle Straßenbahnen mit Energie-Logos beklebt, viele Firmen statteten ihre Fahrzeuge mit Fahnen aus und bekundeten so ihre Sympathie für das Aushängeschild der Lausitz, das zuletzt 1997 in der Regionalliga gespielt hatte.

Der Gang zurück in die Drittklassigkeit wäre für die ganze Region ein harter Schlag. Zur Unterstützung wollen gegen Berlin deswegen auch etwa 19.000 Fans ins Stadion kommen.

Ähnliche Sorgen gibt es auch 200 Kilometer südwestlich. Erzgebirge Aue könnte nach nur zwei Jahren im Unterhaus bei einer Niederlage ebenfalls noch auf den Relegationsplatz abrutschen.

Heidrich hofft auf Kulisse

Mit einem Sieg gegen den VfL Bochum will die Mannschaft von Trainer Karsten Baumann den Sturz unbedingt verhidern.

"Spannender kann es an einem letzten Spieltag wirklich nicht zugehen. Darum brauchen wir am Sonntag gegen Bochum eine richtig große und lautstarke Kulisse", sagte Sportdirektor Steffen Heidrich.

11.000 Tickets für das Erzgebirgsstadion seien bereits verkauft.

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