St. Paulis Boll (l.) mit seinem zukünftigen Teamkollegen Mohr im Duell © getty

Fortuna hat die Relegation gegen die "Zebras" selbst in der Hand. St. Paulis Coach kämpft nicht nur gegen Ex-Klub Paderborn.

Von Björn Seitner

München - Drei Teams. Eine Chance.

Am Sonntag (ab 13 Uhr im LIVE-TICKER) steht der ultimative Showdown der Zweiten Liga an:

Düsseldorf (61 Punkte), Paderborn (61) und St. Pauli (59) kämpfen um den letzten Strohhalm Relegationsplatz.

Während die Fortuna eindeutig die besten Karten hat und gegen den Tabellenzehnten MSV Duisburg ran muss, treffen der SCP und die Kiezkicker im direkten Duell aufeinander. (DATENCENTER: Zweite Liga)

Vor allem für Pauli-Coach Andre Schubert ist es eine brisante Partie:

Bei einer Niederlage gegen seinen Ex-Klub wäre der Aufstieg futsch - und vielleicht auch sein Job (SERVICE: Tabellenrechner Zweite Liga).

Differenzen zwischen Schubert und sportlicher Leitung?

Hamburger Medien berichten, dass es innerhalb der sportlichen Leitung wie auch im Präsidium Bedenken gibt, der 40-Jährige sei noch der richtige Mann für die Hamburger.

Zwischen Schubert und Teilen des Teams soll es zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen sein.

Die Verantwortlichen bemängeln außerdem die sportliche Entwicklung der Mannschaft seit der Winterpause.

Laut "Bild" hätten Aufsichtsratsmitglieder ihn sogar als "eine aus dem Ruder gelaufene Cruise Missile" bezeichnet.

Schubert selbst widerspricht den Gerüchten wehement:

"Ich bin sicher nicht der Diplomatischste unter der Sonne, es kann sein, dass ich den einen oder anderen mit meiner Art brüskiert habe. Die Chemie zwischen mir und dem Team stimmt aber."

Ex-Klub als Stolperstein

Obwohl St. Pauli eine starke Saison spielt, könnte Paderborn, das er im April 2011 verließ, zum vorzeitigen Stolperstein werden.

Und bei seinem Ex-Klub machte Schubert sich mit zwei Personalien zuletzt ebenfalls unbeliebt:

Florian Mohr und Sören Gonther werden in der kommenden Saison für die Hamburger auflaufen.

Mohr in der Zwickmühle

SCP-Manager Michael Born bringt das auf die Palme: "Der scheint keine anderen Spieler zu kennen als unsere."

"Der SC Paderborn hat Herrn Schubert erst den Einstieg ins Berufsleben ermöglicht. Dieses Verhalten sagt einiges über ihn aus", legt Präsident Wilfried Finke nach.

Während Gonther gegen seinen zukünftigen Klub "ganz entspannt zuschauen kann", geht Mohr davon aus, dass er spielen wird:

"Ich bin mir bewusst, dass jede Aktion von mir besonders beobachtet wird. Das Spiel ist für mich kein Traum, aber auch kein Albtraum."

SCP zweitbeste Auswärtsmannschaft

St. Pauli hat seine Partie am vergangenen Wochenende verloren, Paderborn befindet sich unter Schuberts Nachfolger Roger Schmidt dagegen im Aufwind.

Mit 28 Zählern holte der SCP in der Rückrunde fünf Punkte mehr als Schuberts Elf, gar acht mehr als die Fortuna. Hinter Eintracht Frankfurt stellt man die beste Auswärtsmannschaft der Liga.

Sportlich steht Paderborn vor der "Krönung einer sensationellen Saison": "Einfach jede Sekunde genießen", ist daher das Motto von Schmidt.

"Nichts ist unmöglich. Wir haben Energie und Motivation und können völlig befreit aufspielen", so Schmidt weiter.

Meier heiß auf Herzschlagfinale

Derweil haben es die Düsseldorfer selbst in der Hand, mit einem Heimsieg im Derby gegen den MSV ist Platz drei gesichert.

"Fantastisch, dass es am letzten Spieltag noch um etwas geht", findet Fortuna-Coach Norbert Meier: "Jetzt haben wir das Herzschlagfinale, das wir wollten."

Auch er kennt den Gegner bestens: von 2003 bis 2005 trainierte er die "Zebras".

MSV-Coach Oliver Reck kündigt im Gespräch mit SPORT1 derweil harte Gegenwehr an (Interview):

"Wir wollen weder für St. Pauli, noch für Paderborn spielen, aber auch Fortuna nichts schenken."

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