Aachens Tobias Feisthammel (l.) lieferte sich im Hinspiel Duelle mit "Löwen" Kevin Volland © getty

Aachen hofft im Abstiegskampf auf Schützenhilfe von Frankfurt. Der KSC steht unter Druck. Auch Aue und Cottbus bangen.

Von Marc-Oliver Robbers

München - Irgendwie soll das Wunder noch wahr werden.

In letzter Sekunde will sich Alemannia Aachen auf Platz 16 und so zumindest in die Relegation retten.

Die Aachener brauchen dafür aber einen Sieg bei 1860 München (So., ab 13 Uhr im LIVE-TICKER) und müssen auf Eintracht Frankfurt hoffen.

Denn der Bundesliga-Aufsteiger aus Hessen tritt beim derzeitigen Tabellen-16. in Karlsruhe an (DATENCENTER: Zweite Liga).

"Wir haben den KSC jetzt unter Druck gesetzt, denn die müssen ihr letztes Spiel auch erstmal gewinnen", sagte Aachens Tobias Feisthammel.

Der Innenverteidiger zieht wie das gesamt Team viel Kraft aus dem jüngsten 1:0-Sieg über den KSC, der letzte Strohhalm scheint plötzlich greifbar.

Doch nicht nur Aachen und Karlsruhe zittern am 34. Spieltag, auch für Cottbus und Aue ist das Thema Abstieg noch nicht überstanden.

Zumindest in die Relegation könnten beide Klubs noch abrutschen (SERVICE: Tabellenrechner Zweite Liga).

Fans werden mobilisiert

Die Fans der Abstiegskandidaten werden bereits für den Showdown eingeschworen.

Alle vier Vereine, die noch um den Klassenerhalt bangen, mobilisieren ihre Anhänger auf der Vereinsseite mit einem emotionalen Motto.

Für den Karlsruher SC ist der Nichtabstieg eine "Ehrensache - auch in schweren Zeiten". Bei Energie Cottbus läuft der letzte Spieltag unter dem Motto "Wir schaffen das - Alles für Energie Cottbus". Der Nachbar aus Aue stellt "Alles auf Sieg".

"Auf Gedeih und Verderb" lautet der Spruch von Alemannia Aachen.

Aachener Anhang pilgert nach München

Doch der Verein geht noch weiter. Der scheidende Sportdirektor Erik Meijer versprach nach dem überlebenswichtigen Sieg gegen den KSC allen Fans, die die Aachener zum Spiel nach München begleiten, eine Rückerstattung der Ticketpreise.

Die Aktion zieht. Das Gästekontingent wurde von den Alemannen komplett ausgeschöpft.

Allerdings sind die Aachener (28 Punkte) auf Schützenhilfe angewiesen. Einzig ein Erfolg bei den "Löwen" lässt die Chance auf den Relegationsplatz 16 am Leben.

Gleichzeitig darf aber der KSC (30) sein Heimspiel gegen Bundesliga-Rückkehrer Eintracht Frankfurt nicht gewinnen.

Auer glaubt an sein Team

Die zweitplatzierten Hessen wollen sich mit der Meisterschaft ins Oberhaus verabschieden und werden daher ihr Spiel nicht abschenken.

Daher glaubt auch Aachens Stürmer Benjamin Auer, dass ein Sieg gegen 1860 für die Relegation reicht.

"Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir in die Relegation kommen, wenn wir es schaffen, die Münchener zu schlagen", sagte er nach dem Sieg gegen den KSC.

Bei einem Remis des KSC läge Aachen bei einem eigenem Sieg aufgrund des besseren Torverhältnisses vorn.

Dass die Alemannia sich noch nicht aufgegeben hat, beweist auch die Tatsache, dass Manager Erik Meijer, der den Klub nach der Saison verlassen muss, am Samstag den möglichen Relegationsgegner Jahn Regensburg gegen Carl Zeiss Jena beobachtet.

Cottbus reicht wohl ein Punkt

Besser sieht es im Osten der Republik aus. Cottbus und Aue liegen mit jeweils 32 Punkten über dem Strich.

Während Energie wahrscheinlich auch ein Punkt reichen würde, um bei einem Sieg der Karlsruher auf einem Nichtabstiegsplatz zu bleiben, müssen die Auer gewinnen, um sicher die Klasse zu halten.

Grund ist das Torverhältnis. Karlsruhe hat mit -27 das schlechteste der vier Kellermannschaften. Aue folgt mit -25, Energie liegt bei -20 und Aachen steht bei -18.

Die Cottbusser warten seit zehn Spielen auf einen Sieg und sind dadurch von Platz elf in die Abstiegszone gerutscht.

Auch Trainer Rudi Bommer konnte keine Wende einleiten.

"Keine einfache Situation"

"Dieses Finale hätten wir uns gerne erspart. Es ist keine einfache Situation", sagt Kapitän Marc Andre Kruska der "Lausitzer Rundschau".

Innenverteidiger Uwe Hünemeier nennt es gar ein "Hitchcock-Finale."

Trotz des beruhigenden Torverhältnisses werden die Brandenburger nicht auf einen Punktgewinn hoffen.

"Es ist ganz schwierig, auf Remis zu spielen. Wir müssen auf Sieg spielen", bestätigt auch Mittelfeldspieler Ivica Banovic.

Aue hofft auf Unterstützung

210 Kilometer weiter südlich in Aue hofft man auf die Unterstützung der Fans.

"Ein Traum wäre eine volle Hütte mit 15.000 Leuten. Wir müssen eine Einheit sein. Die Spieler brauchen die Rückendeckung von den Rängen. Ich denke, dass jeder weiß, worum es am Sonntag geht", meinte Vize-Präsident Jens Stopp.

Ein Abstieg würde alle vier Vereine in ihrer sportlichen Entwicklung um Jahre zurückwerfen und finanziell an Rand des Abgrunds treiben.

Einen wird es am Ende erwischen - trotz Einschwörung und Fanmobilisierung.

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