Armin Veh trainiert Eintracht Frankfurt seit Beginn der aktuellen Saison © getty

Das Tauziehen ist beendet. Aufstiegstrainer Armin Veh verlängert seinen Vertrag bei Eintracht Frankfurt, stellt aber Bedingungen.

Frankfurt/Main - Das monatelange Pokerspiel ist beendet, die Vertragsverlängerung perfekt, der Urlaub gerettet:

Kurz bevor Armin Veh am Montag in die wohlverdienten Ferien entschwindet, hat der Trainer am Mittwoch seinen Kontrakt bei Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Frankfurt um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2013 verlängert.

Damit darf sich der Coach als Sieger seines kleinen Machtspiels mit den Eintracht-Verantwortlichen fühlen.

"Ich habe den festen Willen bei Vorstand und Aufsichtsrat erkannt, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um auch in der Zukunft erfolgreich zu sein", sagte der frühere Meistertrainer des VfB Stuttgart, der seinen Verbleib in der Mainmetropole zuletzt immer wieder an Bedingungen geknüpft hatte.

Veh, der seinen Job in Frankfurt vor fast genau elf Monaten angetreten hat, forderte von der Chefetage in erster Linie die Zusammenstellung einer schlagkräftigen Mannschaft, die im Oberhaus nicht nur gegen den Abstieg spielen solle.

Forderungen erfüllt

Diese Forderung sieht der 51-Jährige nun erfüllt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Ich freue mich auf die Herausforderung mit der Eintracht in der Bundesliga und glaube an ein erfolgreiches Abschneiden mit meiner jungen Mannschaft", äußerte der gebürtige Augsburger, der neben Stuttgart auch Hansa Rostock, den VfL Wolfsburg und den Hamburger SV in der Eliteklasse betreut hatte.

Die Vertragsverlängerung mit Veh und dessen Vorstellungen wurden nach letzten Gesprächen am Mittwoch vom Aufsichtsrat der Hessen abgesegnet.

"Wir freuen uns, dass wir in konstruktiven Gesprächen mit Armin Veh Perspektiven aufzeigen konnten, um im nächsten Jahr in der Bundesliga erfolgreich mitzuspielen", sagte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen.

"Verlange nichts Unmögliches"

Schon bei der Aufstiegsparty am Sonntag hatte Veh durchblicken lassen, dass eine Einigung bevorstehe (BERICHT: Frankfurt verpatzt letztes Heimspiel).

"Ich verlange nichts Unmögliches. Aber einige Dinge schon. Wir hatten zuletzt sehr gute Gespräche. Ich hoffe, wir werden eine gute Mannschaft zusammenkriegen," hatte der Coach gesagt.

Der Etat der Eintracht wird in der kommenden Bundesliga-Saison rund 24,5 Millionen Euro betragen - in der laufenden Zweitliga-Runde liegt er bei 20 Millionen Euro.

Nachfolger für Nikolov

Durch die Vertragsverlängerung Vehs wird jetzt Bewegung in die Personalplanung kommen.

Für den alternden Torwart Oka Nikolov (38) soll perspektivisch ein Nachfolger her.

Als Favorit gilt Kevin Trapp, der wahrscheinlich für die festgeschriebene Ablöeseumme in Höhe von 1,5 Millionen Euro vom Absteiger 1. FC Kaiserslautern in die 140 Kilometer entfernete Mainmetropole wechseln wird.

Kommt Chris zurück?

Für die Innenverteidigung könnte mit dem Wolfsburger Chris ein alter Bekannter zurückkehren.

Stefano Celozzi, dessen Vertrag in Stuttgart ausläuft, wird als Konkurrent für Rechtsverteidiger Sebastian Jung gehandelt.

Bleiben sollen Leihspieler Bamba Anderson (Borussia Mönchengladbach), der eine Million Euro Ablöse kosten würde, sowie Mohammadou Idrissou.

Abgeben will der Aufsteiger Habib Bellaid, Ümit Korkmaz und Caio, deren Verträge auslaufen. Ebenso gehen sollen Martin Amedick, Georgios Tzavellas und Rob Friend. Die Zukunft des vom SSC Neapel ausgeliehenen Erwin Hoffer ist unklar.

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