Andreas Lambertz (M.) erzielte seit 2003 in 249 Spielen für Fortuna Düsseldorf 39 Tore © getty

Mit einem Sieg im Topspiel gegen St. Pauli will Düsseldorf Anschluss nach oben halten. Die "Kiezkicker" wollen vorbeiziehen.

Von Reinhard Franke

München - Es ist ein Spiel mit richtungsweisendem Charakter.

Und die Partie bringt alles mit, was ein Spitzen-Duell braucht: Flutlicht, eine prächtige Kulisse, eine ganz enge Tabellenkonstellation und zwei hochmotivierte Mannschaften.

Fortuna Düsseldorf gegen den FC St. Pauli (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVE-TICKER) ist das Duell des Tabellendritten (53 Punkte, 56:27) mit dem Vierten (51, 45:27). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Fortuna will Platz drei festigen

Und Fortuna will alles dran setzen, dass sich auch nach der Begegnung an dieser Tabellensituation nichts ändert.

Obwohl es bei der Fortuna längst nicht so gut wie in der Hinrunde läuft, sind die Düsseldorfer im emotionalen Hoch. Vor allem vor eigenem Publikum ist die Begeisterung angesichts der größten Bundesliga-Comeback-Chance der letzten 15 Jahre nach wie vor ungebrochen.

"Schließlich wird Fortuna überall wo man in Deutschland unterwegs ist wahrgenommen", sagt Düsseldorfs Präsident Peter Frymuth im "Express".

Fortuna-Boss schwärmt

"Das liegt nicht nur an der Tabellensituation, sondern auch an der Stimmung bei uns, die jede Woche bundesweit rüberkommt."

Fortuna begeistert die Massen. Ab Montag wird der Zuschauerschnitt für die laufende Saison bei über 30.000 liegen. Frymuth: "2005 hatten wir 4500 Zuschauer gegen Dortmund II. Das waren die, die immer kommen. Diese Basiszahl ist immer größer geworden."

Die jüngsten vier Spiele gegen die "Kiezkicker" auf eigenem Platz haben die Düsseldorfer allesamt ohne Gegentor gewonnen.

Am Montag soll ein fünfter Dreier folgen. Nach einer kleinen Schwächephase zu Beginn der Rückrunde hat sich das Team von Trainer Norbert Meier gefangen.

Düsseldorfer mit einem Lauf

Fortuna ist seit fünf Spielen ungeschlagen, belegt in der Rückrunden-Tabelle aber nur Platz zehn. Auch die Hamburger haben nachgelassen: In der Rückrunde sind sie nur das sechstbeste Team.

Dennoch dürften die Düsseldorfer gewarnt sein. Ein Spaziergang wird es nicht werden. Keine Mannschaft in der Liga hat in der Rückrunde weniger Gegentore kassiert als St. Pauli.

Hervorragende Pauli-Defensive

Die Torhüter Philipp Tschauner und Benedikt Pliquett mussten nur siebenmal hinter sich greifen. Carlos Zambrano bildet mit Markus Thorandt die erfolgreiche Innenverteidigung, aber auch Fabian Boll und Patrick Funk in der defensiven Mittelfeldzentrale gehören zu den starken Kräften der Pauli-Defensive.

Eine gravierende Schwäche der Braun-Weißen ist die aktuelle Flaute im Sturm. In der Hinrunde hatte St. Pauli hinter Frankfurt und Düsseldorf noch die meisten Tore erzielt, 34 in 17 Spielen.

Zuletzt waren es nur zehn Tore in elf Spielen - nur Cottbus und Aachen treffen noch seltener. Die ersten fünf Tore in diesem Jahr resultierten allesamt aus Ecken und Freistößen.

"Sehr wichtiges Spiel, keine Frage"

Pauli-Coach Andre Schubert ist sich der Bedeutung des Spiels bewusst. "Es wird ein sehr wichtiges Spiel, keine Frage", weiß Schubert. Mit einem Sieg können die Hamburger an den Fortunen vorbei ziehen.

"Bei einer Niederlage hätten wir viele Punkte Rückstand und es auch nicht mehr selbst in der Hand", umreißt Schubert die Situationen vor dem Aufeinandertreffen am Montagabend.

Personell kann er aus dem Vollen schöpfen und freut sich auf weitere Unterstützung. "Uns erwartet ein sehr emotionales Spiel mit rund 45.000 Zuschauern. Zum Glück sind auch 5.000 Pauli-Fans dabei. Deren Unterstützung werden wir brauchen", erklärt Schubert.

Das Hinspiel hat er nicht vergessen: "Da haben wir uns von den Düsseldorfern nach gutem Start aus dem Konzept bringen lassen und die Partie verloren."

Meier will "alles raushauen"

Auch bei Meier herrscht Vorfreude statt Nervosität. "Bei den Begegnungen mit St. Pauli herrscht immer eine ganz außergewöhnliche Atmosphäre. Egal ob am Millerntor oder hier", befand der Fortuna-Coach und fügte an: "vielleicht liegt das auch daran, dass es immer Abendspiele sind. Es ist herrlich wenn die Lichter angehen."

Gleichwohl weiß Meier worauf es ankommen wird. "Uns wird sicherlich nichts in den Schoß fallen. Wir müssen über 90 Minuten dagegen halten und alles raushauen was wir haben."

Denn: "Wenn wir as nicht tun, Zweikämpfe nicht annehmen und nur hinterher laufen, dann wird es sehr sehr schwer unsere Ziele zu erreichen."

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