Hakan Calhanoglu (l.) erzielte elf Saisontore für den HSV © getty

Keine Freigabe für das Mittelfeldjuwel, stattdesssen muss sich Hakan Calhanoglu Vorwürfe gefallen lassen.

Sportchef Oliver Kreuzer (48) vom Hamburger SV hat einem Transfer des 20-Jährigen zu Bayer Leverkusen eine klare Absage erteilt.

"Hakan hat bei uns einen langfristigen Vertrag ohne Ausstiegsklausel. Punkt", sagte Kreuzer in einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt": "Ich sehe Hakan für uns als einen Schlüsselspieler in den kommenden Jahren."

Zugleich übte Kreuzer auch Kritik:

"Vor drei Monaten hat uns Hakan noch gesagt, welche große Perspektive er beim HSV sieht, wie sehr er sich zu diesem Verein bekennt, dass er hier helfen möchte, etwas aufzubauen", sagte Kreuzer, "und jetzt soll auf einmal alles anders sein? Nein, das können wir nicht akzeptieren."

Auch die Aussicht auf eine Ablöse in zweistelliger Millionenhöhe werde die klammen Hanseaten nicht wanken lassen, sagte Kreuzer. Der HSV sei mittlerweile "finanziell so aufgestellt, dass wir auf diese Transfersumme nicht angewiesen sind."

Karl Gernandt, designierter Aufsichtsratsvorsitzender der Hamburger nach einer möglichen Umsetzung der Reforminitiative HSVPlus, geißelte Calhanoglus Verhalten, öffentlich einen Wechsel einzufordern.

"Wozu machen wir Verträge, wenn acht Wochen später alles wieder Schall und Rauch ist?", sagte der Vertraute des HSV-Mäzens Klaus-Michael Kühne der "Hamburger Morgenpost": "Das ist eine charakterliche Schweinerei, es klingt nach einem unerzogenen Jungen."

Calhanoglu hatte am Mittwoch in Hamburg für Wirbel gesorgt und trotz laufenden Vertrages bis 2018 seinen sofortigen Wechsel nach Leverkusen eingefordert.

Calhanoglus Berater Bektas Demirtas hatte danach jedoch bei SPORT1 beschwichtigt: "Vertrag ist Vertrag, der Junge würde keinen Ärger machen. Wir würden dann über eine Gehaltserhöhung sprechen, die dem Jungen schon in Aussicht gestellt wurde. Dann geht es weiter. Für eine Lösung müssten sich alle Partien bewegen. Von uns wird es keinen Druck geben."

Bayer Leverkusen wies zudem darauf hin, dass der Klub den HSV bereits vor Wochen über das Interesse an Calhanoglu informiert habe.

Bayer-Sportchef Rudi Völler erklärte in der "Bild"-Zeitung: "Der Spieler hat den Wunsch, den Verein zu wechseln und möchte zu uns. Wir würden an Stelle des HSV auch überlegen, was wir jetzt machen. Klar ist: Hamburg entscheidet - und wir akzeptieren jede Entscheidung", sagte der Weltmeister von 1990.

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