Dietmar Beiersdorfer war als Spieler sechs Jahre für den Hamburger SV aktiv
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Dietmar Beiersdorfer steht vor einer Rückkehr zum finanziell angeschlagenen Hamburger SV .

Wenige Tage vor der zukunftsweisenden Mitgliederversammlung ist der ehemalige Sportchef des Bundesligisten heißer Favorit auf den noch zu schaffenden Posten des Vorstandsvorsitzenden in einer HSV-Fußball-AG.

Beiersdorfer würde den Job im Falle eines Erfolgs der Reforminitiative HSVPlus wohl bekommen.

"Er ist der einzige deutsche Fußball-Manager, der internationale Anerkennung genießt", sagte Karl Gernandt, designierter Aufsichtsratsvorsitzender der Hamburger, auf einer Pressekonferenz der HSV-Reformer am Dienstag: "Auch in unserer Gruppe genießt er große Hochachtung, und ich wäre nicht ganz überrascht, wenn aus so einer Freundschaft nicht auch ein professionelles Umfeld werden kann."

Wenige Tage vor der zukunftsweisenden Mitgliederversammlung bestätigte der Intimus von Investor und Edelfan Klaus-Michael Kühne Gespräche mit Dietmar Beiersdorfer über eine Rückkehr an die Elbe.

Voraussetzung für ein Comeback des ehemaligen HSV-Sportchefs ist allerdings, dass die Vereinsmitglieder am Sonntag mit einer Dreiviertel-Mehrheit für die Ausgliederung ihrer Fußball-Abteilung stimmen.

Der dann neu eingesetzte sechsköpfige Aufsichtsrat, der am Dienstagnachmittag in Hamburg vorgestellt wurde, unter der Leitung von Gernandt würde über die Rückkehr des Managers entscheiden.

Stellvertretender Chef des Gremiums soll der langjährige HSV-Profi Thomas von Heesen werden.

"Wir überlassen nichts dem Zufall, haben klare Vorstellungen und sind für den Fall X bestens vorbereitet", sagte von Heesen am Dienstag.

Die weiteren möglichen Mitglieder sind Ex-Spieler Peter Nogly, Klitschko-Vermarkter Bernd Bönte, Dieter Becken und Felix Goedhart.

Beiersdorfer leitete von 2002 bis 2009 die sportlichen Geschicke des HSV. Mit dem ehemaligen Abwehrspieler erreichten die Hanseaten unter anderem das Halbfinale im DFB- sowie UEFA-Pokal 2009.

Beiersdorfer steht noch bis 2015 bei Zenit St. Petersburg unter Vertrag.

Was im Falle eines Engagements Beiersdorfers aus dem bisherigen Vorstandschef Carl Jarchow würde, ist noch völlig unklar.

Das Hamburger Abendblatt hatte zuletzt berichtet, dass er Präsident des Gesamtvereins werden und in den Aufsichtsrat der AG wechseln könnte. Auch der amtierende Sportchef Oliver Kreuzer stünde nach nur einem Jahr wohl vor dem Aus.

"Es werden einige nicht mehr dabei sein, die bisher eine gewisse Routine darin hatten, über den HSV zu sprechen", sagte Gernandt vielsagend und sprach von einem "Konstruktionsfehler".

Auch der aktuelle Aufsichtsrat Jürgen Hunke fordert einen personellen Neuanfang.

Er sei dafür, "dass alle, die für die letzte Saison Verantwortung tragen, zurücktreten", sagte der ehemalige HSV-Präsident dem SID.

Hunke kämpft mit seiner Initiative HSV-Allianz allerdings gegen eine Öffnung des Klubs für Investoren, hofft aber auf eine Last-Minute-Einigung mit HSVPlus. "Dies würde die ganze Stadt und alle HSV-Anhänger begrüßen", sagte Hunke.

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