Hummels jubelt vergeblich. Schiedsrichter Florian Meyer gibt den Treffer nicht. Am Ende verlieren die Dortmunder mit 0:2. Die Diskussion um die Torlinientechnik wird neu entfacht
Mats Hummels' (l.) nicht anerkannter Treffer im Pokalfinale sorgt für Diskussionen © getty

Der "Torklau" von Berlin könnte zu einer Rolle rückwärts beim Thema Torlinientechnik führen.

Nach dem nicht anerkannten Treffer von Borussia Dortmund im DFB-Pokalfinale gegen Bayern München (0:2 n. V.) hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) eine erneute Abstimmung unter den Profivereinen über die Einführung der Technik in Aussicht gestellt.

"Wenn es der Wunsch der Klubs ist, steht einer erneuten Abstimmung über die Einführung einer Torlinien-Technologie nichts im Wege. Die DFL selbst war und ist bei diesem Thema bestens vorbereitet", sagte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig am Montag.

Erst vor zwei Monaten hatten sich die 36 deutschen Profiklubs mehrheitlich gegen die Einführung jener technischen Hilfe für die Schiedsrichter ausgesprochen.

Der Hauptgrund waren die hohen Kosten. Nun geraten die Skeptiker wie Vorstandsboss Heribert Bruchhagen von Eintracht Frankfurt unter Druck.

"Die Bundesligavereine haben dagegen gestimmt und solange das so ist, werden wir vom DFB nichts anderes machen", betonte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Er selbst sei aber für die Torlinientechnik.

Auch Liga-Präsident Reinhard Rauball erklärte, dass die Notwendigkeit der Torlinientechnik seit dem Pokalfinale "sicherlich nicht geringer geworden" sei.

Zumindest beim Pokalfinale könnten die Diskussionen der Vergangenheit angehören. Der DFB beschäftigt sich laut Mediendirektor Ralf Köttker "sehr intensiv" mit der Frage, ob wenigstens im Finale die Technik zum Einsatz kommen könnte.

Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel würde dies begrüßen. Grundsätzlich forderte Fandel die Klubs auf, noch einmal über die Anwendung der Technik nachzudenken.

"Es ist bedauerlich, dass wir keine Torlinien-Technologie in unserem hochprofessionellen Fußball haben", sagte Fandel: "Die Torlinien-Technologie beseitigt solche niveaulosen Diskussionen wie am Samstag."

[kaltura id="0_7u7710t6" class="full_size" title="Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel pro Torlinientechnik"]

Auch WM-Schiedsrichter Felix Brych plädierte für die Technik-Einführung.

"Wir würden uns alle freuen, wenn uns in diesem Punkt geholfen werden könnte. Da kann ich für alle Schiedsrichter sprechen", sagte der 38-Jährige: "Ich hoffe, dass noch einmal ein Prozess in Bewegung kommt, und die Vereine die Entscheidungen überdenken."

Fandel gestand derweil ein, dass die verweigerte Anerkennung des Dortmunder Treffers ein Fehler von Schiedsrichter Florian Meyer und seinem Team war.

"Das Standbild zeigt, dass der Ball drin gewesen sein muss. Aber ich habe absolutes Verständnis dafür, dass der Assistent in seiner Wahrnehmung Zweifel hatte. Er war sich nicht zu 100 Prozent sicher - und nur auf Vermutung kann man nicht auf Tor entscheiden", sagte Fandel.

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