Dieter Schatzschneider (r., mit 96-Boss Kind) absolvierte 178 Spiele für Hannover 96 © imago

Die Trainersuche bei Hannover 96 ist nach der Entlassung von Mirko Slomka in vollem Gange. Dieter Schatzschneider, früherer Torjäger der Niedersachsen und jetziger Berater von Klub-Boss Martin Kind, betrachtet die aktuelle Lage kritisch.

"Momentan ist man noch etwas unterschiedlicher Meinung, welchen Typ Trainer man holen will, aber da vertraue ich Herrn Kind, er wird schon die richtige Entscheidung treffen", sagt Schatzschneider im Gespräch mit SPORT1.

Der 55 Jahre alte 96-Scout widerspricht jedoch Kind, der eine "mutige Entscheidung" empfiehlt und offenbar einen jungen Trainer verpflichten will. "Ich habe da eine etwas andere Meinung", betont Schatzschneider. "Wenn ich den Blick auf die Tabelle werfe, dann wäre mir ein erfahrener Mann lieber. Aber Herr Kind möchte lieber einen Jungen holen."

Schatzschneider fügt hinzu: "Es lässt sich nicht verleugnen, dass der Abstiegskampf immer näher kommt, da wäre ein erfahrener Mann einfach besser."

Auf der Liste möglicher Trainer stehen unter anderen prominente Namen wie Stefan Effenberg, Fred Rutten (ehemals Schalke 04), Bruno Labbadia, Thorsten Fink, Mike Büskens, Markus Babbel - und bis Sonntag auch Murat Yakin (FC Basel). Für Schatzschneider alles "interessante Namen".

Yakin schien favorisiert. Doch auch der Schweizer sagte 96 am Sonntagabend ab.

"Yakin leistet in Basel gute Arbeit", so Schatzschneider, "das wäre trotz seines jungen Alters einer gewesen, mit dem ich mich hätte anfreunden können."

Bei Babbel, Fink oder Labbadia ist Schatzschneider eher skeptisch. Es ginge "um Abstiegskampf und nicht darum eine Mannschaft zu formen oder irgendwas aufzubauen. Der neue Trainer sollte einer sein, der älter ist und sich in der Bundesliga und im Tabellenkeller auskennt."

Als Wunschtrainer der 96-Verantwortlichen galt Thomas Schaaf. Doch der frühere Trainer von Werder Bremen sagte Kind persönlich ab. "Er wäre der ideale Mann gewesen, aber er will leider nicht", sagt Schatzschneider.

Der ehemalige Stürmer wünscht sich jedenfalls eine rasche Lösung in der Trainerfrage und begründet dies auch: "Ich hoffe, dass der neue Trainer so schnell wie möglich anfangen kann. Er sollte mit ins Trainingslager fahren, denn er muss die Mannschaft kennenlernen. Alles andere macht keinen Sinn."

Im SPORT1-Interview gestand Kind zuletzt ein, das Krisenmanagement sei "nicht glücklich" gewesen, auch einige seiner Aussagen nicht. Schatzschneider stärkt dem Präsidenten nun den Rücken: "Es ehrt ihn, dass er eigene Fehler eingesteht und sagt, vieles sei nicht professionell gewesen, aber die Leute, die von einer stillosen Trennung reden, haben keine Ahnung."

Er ergänzte: "Herr Kind wollte mit Slomka weitermachen. Leider verlor man in Freiburg (1:2, Anm. d. Red.). Dieses Spiel hat einem nach der schlechten Hinrunde den Rest gegeben. Die 100-prozentige Absicht aber war mit Slomka in die Rückrunde zu gehen. Die Trennung war nicht stillos."

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