Mirko Slomka war seit 2010 Cheftrainer in Hannover © getty

Die Würfel sind gefallen:

Hannover 96 hat nach wochenlanger Hängepartie seinen Trainer Mirko Slomka entlassen. Das gab der Verein nach Gesprächen mit dem Aufsichtsrat und den Gesellschaftern des Klubs am Freitag auf seiner Website bekannt.

Slomka, der zurzeit im Weihnachtsurlaub in Abu Dhabi weilt, hatte die Niedersachsen am 19. Januar 2010 übernommen, vor dem Abstieg gerettet und zweimal in die Europa League geführt.

Der Vertrag des 46-Jährigen bei 96 lief ursprünglich noch bis Juni 2016.

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber gemeinsam haben wir die Überzeugung, etwas verändern zu wollen", begründete Sportdirektor Dirk Dufner die Entscheidung.

Klub-Präsident Martin Kind erklärte: "Mein persönlicher Dank gilt Mirko Slomka, der Hannover 96 vor dem Abstieg in die Zweite Bundesliga gerettet hat und anschließend zwei Mal in die Europa League geführt hat. Diese Erfolge werden immer eng mit seinem Namen verbunden sein."

Mit insgesamt 135 Spielen betreute kein anderer Coach 96 in der Bundesliga so lange wie Slomka, der zudem der 58. Trainer der Niedersachsen war.

Die Beurlaubung dürfte den Verein teuer zu stehen kommen: So müsste der Klub Slomka nach Informationen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" eine im Arbeitsvertrag festgeschriebene Abfindung in Millionenhöhe zahlen.

Der Verein ließ durchblicken, dass Slomka eine Abfindung erhalten wird, nannte aber keine Details.

Slomkas Rauswurf kommt nicht allzu überraschend:

"Ich schließe es nicht aus. Im Moment würde ich 60:40 sagen", hatte Klubboss Martin Kind bereits am 23. Dezember bei SPORT1 vielsagend die Chancen auf eine Entlassung Slomkas kommentiert.

Favorit auf Slomkas Nachfolge soll nach Informationen der "Bild" derweil Frank Kramer sein, Trainer bei der SpVgg Greuther Fürth.

Der 41-Jährige sei der Wunschkandidat von Kind, besitzt allerdings noch einen Vertrag beim Zweitliga-Zweiten bis 2015.

"Wir haben wirklich anderes zu tun, als uns mit so einem Humbug zu beschäftigen", sagte Fürths Präsident Helmut Hack der "Nürnberger Zeitung": "An dieser Sache ist gar nichts dran. Deshalb verschwenden wir unsere Zeit auch nicht damit."

Nach der Absage von Wunschkandidat Thomas Schaaf werden an der Leine allerdings auch die Namen der jobsuchenden Bruno Labbadia, Markus Babbel, Christian Gross und Michael Frontzeck sowie die Zweitliga-Trainer Andre Breitenreiter (SC Paderborn) und Markus Kauczinski (Karlsruher SC) gehandelt.

Zudem kursiert der Name Ralf Rangnick im Umfeld des Klubs. Rangnick, derzeit Sportchef bei RB Leipzig und Red Bull Salzburg, hatte die Niedersachsen 2002 in die Bundesliga geführt.

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