1899 Hoffenheim stützt seinen Protest gegen das Phantomtor bei der Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen (1:2) auf einen vermeintlichen Regelverstoß von Schiedsrichter Felix Brych.

"Der Protest wurde gestern um 19 Uhr hinterlegt. Ein Wiederholungsspiel im Sinne des Fairplays wäre das Gerechteste", bestätigte 1899-Sportdirektor Alexander Rosen im Volkswagen Doppelpass bei SPORT1.

Rosen erklärte weiter: "Wir berufen uns auf einen Regelverstoß des Schiedsrichters. In den Statuten steht: Ein Tor darf nicht gegeben werden, wenn Zweifel bestehen und Dr. Felix Brych hat im Interview nach dem Spiel Zweifel an seiner Entscheidung geäußert und das fechten wir an."

Durch diesen juristischen Kniff könnten die Chancen auf ein Wiederholungsspiel für Hoffenheim erhöht werden.

Denn die zusätzlichen Erläuertungen des DFB zu Regel 10 über das Erzielen eines Tores besagen tatsächlich: "Bestehen Zweifel, ob der Ball vollständig im Tor war, soll der Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen lassen."

Brych hatte nach dem Spiel vor TV-Kameras gesagt: "Ich hatte leichte Zweifel, aber die Reaktionen der Spieler waren eindeutig, es gab kein Contra."

Zieht die FIFA die Erläuterungen des DFB zum Regelwerk in ihre Betrachtung mit ein, wäre es irrelevant wie Brychs Tatsachenentscheiung tatsächlich ausfiel, da er dann in jedem Fall einen Regelverstoß begangen hätte. Nur in solchen Fällen ist ein Wiederholungsspiel denkbar.

Rosen machte deutlich: "Wir wissen aber auch, dass die deutsche Sportgerichtsbarkeit auf die FIFA angewiesen ist. Ich wäre aber sehr enttäuscht, wenn das Spiel nicht wiederholt wird."

DFB-Vizepräsident Rainer Koch hofft jedenfalls auf ein schnelles Signal des Weltverbandes: "Ich bin der Meinung, dass der Ball jetzt bei der FIFA liegt."

Der 54-Jährige sagte: "Eigentlich ist die Tatsachenentscheidung ein Schutz für die Schiedsrichter. In diesem Fall wird sie aber zum Boomerang. Hier müssen Lösungen gefunden werden."

Die Lösung des Problems ist für den Funktionär klar: "Ich bin dafür, dass die Torlinientechnologie eingeführt wird, um Druck von den Schiedsrichtern zu nehmen."

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