Sein "unglaublicher" Lebensweg soll Franck Ribery am Donnerstag auf den vorläufigen Höhepunkt seiner außergewöhnlichen Karriere führen.

"Wenn du von nirgendwo kommst, so wie ich, aus einem schwierigen Viertel in Boulogne-sur-Mer (... ), und wenn man jetzt zur Wahl zu Europas bestem Fußballer steht, dann ist das unglaublich", sagte der 30 Jahre alte Franzose von Bayern München mit Blick auf die Wahl zu "Europas Fußballer des Jahres" am Donnerstag in Monaco dem "kicker": "Ich bin stolz, dass ich es bis hierhin geschafft habe."

Der viermalige Weltfußballer Lionel Messi vom FC Barcelona und Cristiano Ronaldo (Real Madrid) sind Riberys letzte verbliebene Konkurrenten. Doch der Bayern-Profi betrieb noch einmal Werbung in eigener Sache.

"Das ist ein Titel, von dem ich seit langem träume, an den ich oft gedacht habe. Seit zwei Jahren bin ich auf einem Top-Niveau. Gerade letzte Saison habe ich sehr, sehr gut gespielt und große Titel gewonnen. Warum sollte es nicht klappen?", sagte er.

Speziell in der vergangenen Spielzeit habe er "wie ein Verrückter gearbeitet", um sich zu steigern. "Ich bin in vielen Details noch besser geworden", sagte er.

Ribery wäre nach Raymond Kopa, Michel Platini, Jean-Pierre Papin und Zinedine Zidane der fünfte Franzose, dem die Ehre zuteil wird. Der letzte Bayern-Profi, der sich die europäische Krone aufsetzte, war der heutige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge im Jahr 1981. Rummenigge hatte die Trophäe auch 1980 gewonnen, zuvor wurden Gerd Müller (1970) und Franz Beckenbauer (1972/1976) geehrt. Letzter Deutscher Sieger war Matthias Sammer im Jahr des EM-Triumphes 1996.

Ribery versuchte in dem Interview auch sein Image als böser Bube zu korrigieren. "Ich bin kein fieser Kerl", beteuerte er, "ich bin ja eigentlich harmlos." Wenn er sich doch mal zu Revanchefouls oder hartem Einsteigen hinreißen lasse, sei das "nicht böse gemeint, sondern nur ein Schutz". Er sei eben "ein impulsiver Kerl".

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