In der brisanten Affäre um die sogenannte "Trainingsgruppe 2" hat sich der erste Profi des Bundesligisten 1899 Hoffenheim aus der Deckung gewagt und juristische Schritte eingeleitet.

Eren Derdiyok, einer von zahlreichen ausgemusterten Stars bei den Kraichgauern, hat beim Arbeitsgericht Mannheim einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gestellt und will ab sofort wieder mit dem Bundesliga-Kader trainieren.

Das berichtet der "Mannheimer Morgen" in seiner Samstags-Ausgabe. In einem Eilverfahren könnte demnach bereits am kommenden Mittwoch über den Antrag entschieden werden.

Der Schweizer Derdiyok, der zur vergangenen Saison nach Hoffenheim gewechselt war und wie unter anderem Ex-Nationaltohüter Tim Wiese von Trainer Markus Gisdol verbannt worden war, beruft sich bei seinem Vorgehen auf den Arbeitsvertrag.

Den den darin garantierten "ordnungsgemäßen Trainingsbetrieb" sieht der 25-Jährige nicht gewährleistet. In den Einheiten der Traininigsgruppe könne man nicht unter Wettkampfbedinungen spielen, zudem sei das Niveau mangels ausreichender Bundesliga-Profis zu gering.

Außerdem fühlt sich Derdiyok im medizinischen und physiotherapeutischen Bereich nicht entsprechend von seinem Arbeitgeber unterstützt.

Gisdols Vorgehen war in letzter Zeit vermehrt kritisiert worden. "Das ist eine Frage von Recht und Moral. Wenn zwei Seiten einen Vertrag unterschreiben, muss man sich auch daran halten", sagte beispielsweise Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder.

Nach Meinung von Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Spielergewerkschaft VdV, stehe die Ausbootung der Stars "rechtlich auf absolut tönernen Füßen."

Weiterlesen