Die SPD will sich die Abneigung einiger Fans gegenüber Präsident Uli Hoeneß von Bayern München im Bundestagswahlkampf zu Nutze machen.

Die Jungsozialisten wollen am Wochenende vor einigen Stadien Postkarten verteilen, die Hoeneß beim Handschlag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigen.

Merkel wird darauf in Anspielung auf Hoeneß' Steueraffäre der Spruch in den Mund gelegt: "Glückwunsch, Uli! Wir Steuern das schon."

Hintergrund der Aktion: Die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Peer Steinbrück fordert im Wahlkampf ein härteres Vorgehen gegen Steuersünder.

Steinbrück hatte Hoeneß vor einigen Wochen aufgefordert, das Amt als Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern wegen der Steueraffäre "mindestens ruhen zu lassen".

Beim FC Bayern stößt die Aktion erwartungsgemäß auf wenig Verständnis.

"Über die Art und Weise dieses Wahlkampfes muss man nicht groß diskutieren. Je mehr man darüber spricht, desto wichtiger macht man es", sagte Mediendirektor Markus Hörwick.

Auch Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, distanzierte sich von der Anti-Hoeneß-Aktion der SPD.

"Wir verweigern der Durchführung einer solchen Aktion bei uns im Stadion die Zustimmung, weil sich Borussia Dortmund politischer Neutralität verpflichtet fühlt", erklärt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Der BVB bittet die Initiatoren nachdrücklich, auf die Durchführung der geplanten Aktion zu verzichten.

Eine Sprecherin der SPD betonte, die Aktion sei keine Kampagne der SPD.

Der Grafikdesigner Klaus Staeck habe die Karten gestaltet, die Jusos verteilten diese lediglich.

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