Nach der 1:5-Niederlage gegen 1899 Hoffenheim hat HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer die Routiniers im Kader kritisiert und das schlechte Abwehrverhalten angeprangert.

"Man könnte erwarten, dass gerade die erfahrenen Spieler die Dinge in die Hand nehmen", sagte der neue Hamburger Sportvorstand am Sonntag.

"Man sieht, dass die erfahrenen Spieler in solchen Phasen auch Probleme mit sich selbst haben und überfordert sind, Stabilität in unser Spiel zu bringen. Mich würde interessieren, was die Spieler selbst dazu sagen."

"Der Marcell Jansen in Schalke und der Marcell Jansen gestern. Da frage ich mich: Was ist da passiert?", fragte Kreuzer.

Auch Rafael van der Vaart nahm er sich zur Brust: "Wir erwarten eine klare Leistungssteigerung im Vergleich zum letzten Jahr", sagte Kreuzer über den Niederländer.

Auf Schalke habe der niederländische Nationalspieler ein überragendes Spiel gemacht.

Seinen Auftritt gegen Hoffenheim, den die Fans tags zuvor mit wütenden Pfiffen quittiert hatten, bezeichnete Kreuzer als "mäßig bis schlecht".

Für das Verhalten von Rafael van der Vaart bei seiner Auswechslung äußerte Kreuzer allerdings sogar Verständnis. Der HSV-Kapitän hatte die Kapitänsbinde auf den Rasen geworfen.

"Da kann man mal drüber weg sehen, es gibt Schlimmeres", sagte er.

Trotz der Demontage gab Trainer Thorsten Fink den Spielern zwei Tage frei.

Erst am Dienstag soll die Niederlage aufgearbeitet werden. Finks Entscheidung habe schon vor dem Spiel festgestanden, so Kreuzer. Einzig René Adler trainierte freiwillig am Volkspark.

Die größte Schwäche machte Kreuzer im Abwehrverhalten aus. "Wir müssen lernen: Die Basis des Erfolgs ist die Defensive", erklärte der ehemalige Bayern-Verteidiger.

Bereits in der Vorbereitung seien zu viele Gegentore gefallen - unter anderem im 0:4-Test bei Dynamo Dresden. "Du kannst nicht immer 4:3 gewinnen. Du musst mal in der Lage sein, 1:0 zu gewinnen. Oder 1:1 zu spielen", forderte Kreuzer.

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