Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder hat in der Debatte um Doping im deutschen Fußball die jüngst beschlossene Einführung von Blutkontrollen begrüßt.

"Das ist wichtig, um Erfahrungswerte zu sammeln", sagte der 32-Jährige, der im Mai seine Karriere im Dress des Bundesligisten Schalke 04 beendet hatte.

Der Kampf gegen Doping im Fußball sei "wichtig, aber bei weitem nicht so entscheidend, wie in Ausdauersportarten wie dem Radsport", sagte Metzelder.

Für den Abwehrspieler seien die Dopingvergehen in der Liga in den letzten Jahren zumeist auf eine missbräuchliche Verwendung von Medikamenten wie Nasensprays oder Asthmamittel zurückzuführen:

"Das waren keine bewussten und mit großer Logistik geplanten Leistungssteigerungen."

Metzelder, der mit seinem Jugendverein TuS Haltern am Wochenende in die Landesliga-Saison startet, sprach sich zudem gegen die Einführung der Torlinientechnik in der Bundesliga aus.

"Es gibt wenig Argumente für den Status quo, aber ich bin trotzdem dafür, nichts zu ändern. Durch den Einsatz von Technik würde man den Fußball ein Stück steriler machen und wer weiß, ob man damit nicht weiteren technischen Neuerungen Tür und Tor öffnet", meinte der 47-malige Nationalspieler.

Bundesligist 1899 Hoffenheim war im Spiel gegen Nürnberg ein korrekt erzieltes Tor nicht anerkannt worden. Für Metzelder gehören diese strittigen Entscheidungen "zum Fußball dazu".

Die Anschaffung kostspieliger Systeme wie "GoalControl" oder "Hawk Eye" hätten durch Auf- und Abstiege zudem "weitreichende Folgen bis hinunter in den Amateurbereich."

In seiner Funktion als Vizepräsident der Spielergewerkschaft VdV kritisierte Metzelder erneut das Vorgehen der Hoffenheimer wegen der sogenannten "Trainingsgruppe 2", in der von Trainer Markus Gisdol aussortierte Profis separat trainieren müssen:

"Ich kann das aus sportlicher Sicht verstehen, aber ich denke, dass es in Hoffenheim mittlerweile über ein Maß hinausgeht, das nicht mehr in Ordnung ist. Wenn Spieler sich Karten für ein Heimspiel selber organisieren müssen, überschreitet das eine Grenze."

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