Der Chefarzt des Fußball-Weltverbandes FIFA, Jiri Dvorak, hält im Kampf gegen Doping die Zahl von Blutkontrollen im deutschen Profi-Fußball für viel zu niedrig.

"Wenn man das macht, dann richtig", sagte der Mediziner der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

"Optimal wäre es, wenn vor der Beginn der Saison alle Spieler der Bundesliga getestet würden. Dann hätte man eine Basis, könnte weitere Kontrollen in der Saison folgen lassen und die Ergebnisse vergleichen", sagte Dvorak.

Im Kampf gegen Doping hatten sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB), die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) am Donnerstag auf die Einführung von Bluttests geeinigt.

Laut NADA wird es aber nur rund 75 bis 100 Kontrollen geben können. Das heißt, dass im Schnitt allenfalls zwei Spieler pro Verein während der Saison getestet werden.

Der Pharmakologe und Anti-Doping-Experte Professor Fritz Sörgel ergänzte: "Ich bin nicht entsetzt, aber sehr überrascht. Wenn man Blutpässe der Sportler erstellen will, über die man dann bei einer langfristigen Überprüfung ein Dopingverhalten nachweisen könnte, reicht diese Zahl niemals aus. Was soll das?"

Der DFB regierte durch seinen Vizepräsidenten Rainer Koch. Die Abschreckung sei wichtig, betonte der Vorsitzende der Anti-Doping-Kommission im Verband.

"In der Fachkommission bestand Einigkeit, dass die Blutkontrollen nur als Ergänzung wichtig sind. Die NADA hat entschieden, dass jetzt 15 Prozent Blutkontrollen stattfinden."

Die NADA würde gerne mehr Bluttests im Training machen. Allerdings könne sie ihren Spielraum auch mit Blick auf das vom Fußball gewährte Budget nicht beliebig erweitern, ohne die wichtige Kontrolle per Urin-Proben zu gefährden.

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