Carl-Edgar Jarchow, Vorstandsvorsitzender des Hamburger SV, hat die 0:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt am 20. Spieltag der Bundesliga noch nicht verdaut, gesteht aber ein, dass Platz fünf in der Liga wohl noch eine Nummer zu groß ist für den HSV

Im Volkswagen Doppelpass bei SPORT1 erklärte Jarchow: "Die letzte Saison des HSV darf nie außer Acht gelassen werden. Wir hatten zwar die Chance auf Platz fünf zu klettern, aber nach dem Spiel müssen wir uns eingestehen: 'Wir sind noch nicht so weit'. Die Niederlage schmerzt sehr. Nach der ersten Halbzeit hätte ich gesagt, wir verlieren zu recht. Nach 90 Minuten halte ich die Pleite für unnötig."

Gerade im ersten Durchgang bemängelte er den Einsatz des Teams: "Mir fehlte die Spannung in der Mannschaft, wir haben den Gegner nicht entschieden angegriffen. Auf der anderen Seite muss man auch mal anerkennen, dass Frankfurt gut gespielt hat."

Rückkehrer Rafael van der Vaart erfüllt für Jarchow bisher vollkommen die Erwartungen: "Er sollte den anderen Spielern ein bisschen Verantwortung abnehmen, und die Entwicklung in der Hinrunde hat gezeigt, dass er diese Aufgabe erfüllt hat." Ob sich die 13 Millionen Euro für den Niederländer gelohnt haben, möchte Jarchow erst in drei Jahren beurteilen.

Die Verpflichtung van der Vaarts belastet die Finanzlage des HSV zusätzlich, ein Rekorminus schließt der HSV-Boss aber aus. Trotzdem wird die Verkleinerung des Kaders weiter vorangetrieben. "Wir müssen den Kader weiter verschlanken. Das ist uns immer Sommer nicht ganz gelungen, aber bislang haben wir den Etat um 10 Millionen gesenkt", erklärte Jarchow. Ein Verkauf von Heung-min Son steht aber nicht zur Debatte: "Wir wissen, dass er Begehrlichkeiten weckt, aber ein Verkauf wäre ein Rückschritt. Wir sind auf einem guten Weg, den Vertrag mit ihm zu verlängern."

Den Wechsel des Seeler-Enkels Levin Öztunali zu Liga-Konkurrent Bayer Leverkusen und die anschließende Kritik von HSV-Legende Uwe Seeler lässt Jarchow relativ kalt: "Wir lassen ihn nicht einfach ziehen. Wir haben ihm im Rahmen unserer Möglichkeiten ein sehr gutes Angebot gemacht. Vielleicht ist der Druck als Seeler-Enkel in Leverkusen ja auch ein bisschen kleiner."

Für den FSV Mainz gab es trotz der 0:3-Niederlage gegen den FC Bayern München Lob: "Die Mainzer haben das in der ersten Halbzeit nicht schlecht gemacht, aber wenn Bayern einmal 1:0 führt, wird es eben sehr schwer."

Die Situation von Bayerns Flügelstürmer Arjen Robben hält Jarchow aktuell für schwierig. "Jupp Heynckes hat gerade keinen Grund zum Wechseln. Robben wird wohl nur reinkommen, wenn der Trainer einem eine Pause gönnen will", sagte Jarchow und traute den Bayern einen erfolgreichen Saisonabschluss zu: "Zwei Titel sind auf jeden Fall drin, aber es wird sicherlich kein Selbstläufer."

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