Im Kampf gegen Gewalt und Pyrotechnik in den Fußballstadien hat sich Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vom Deutschen Meister Borussia Dortmund erneut für "Schnellrichter in den Stadien" stark gemacht.

"Das würde unfassbar helfen, wenn man einen Gewalttäter sofort einsperren würde. Er müsste sich ja erklären, wenn er nicht zur Arbeit erscheint", sagte der BVB-Boss in einem Interview der "WAZ"-Gruppe.

Ab und zu mache er einen Vorschlag, doch insgesamt "habe ich mir abgewöhnt zu denken, dass ich an allem etwas ändern könnte. Im Fußball muss man mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen leben", so Watzke.

Es gäbe in der Gesellschaft viele Tendenzen, die ihn unglaublich nerven würden, ergänzte der 53-Jährige. "Dieses 'Dschungelcamp' widert mich zum Beispiel an. Doch wenn Millionen Menschen das toll finden, dann maße ich mir nicht an, zu sagen: Das soll man nicht schauen", sagte Watzke.

Klar sei für ihn aber: Die Gesellschaft verrohe insgesamt. Denn wenn ein Fan einem anderen Fan die Faust ins Gesicht schlage und trotzdem am nächsten Morgen frei herumlaufe, dann sei das dem Gerechtigkeitsempfinden der Menschen abträglich, erklärte Watzke.

Natürlich seien in der Vergangenheit viele populistische Aussagen rübergekommen, auch aus der Politik und von der Polizei. Wenn man aber verhindern wolle, dass Leute Pyrotechnik ins Stadion bringen, müsse man die Kontrollen verschärfen.

Watzke weiter: "Und dann wird sofort gerufen: Hier werden Freiheitsrechte beschnitten! Also, alle wissen, was sie wollen, aber der Weg dorthin soll sanft sein. Das wird so nicht funktionieren. Wichtig ist weiterhin: Prävention, Dialog."

Doch bei allem Willen, verantwortungsbewusst mit gebotener Härte gegen gefährliche Auswüchse vorzugehen: Wenn Medien Ereignissen wie diesen nicht einen solchen Resonanzboden geben würden, dann würden die, die auf der Tribüne das Feuer veranstaltet haben, sich auch nicht dermaßen anstrengen, meinte der BVB-Chef.

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