Vor dem Fußball-Nordderby zwischen Werder Bremen und Hannover 96 (2:0) haben rund 300 Gästefans am Bahnhof Achim vor den Toren der Hansestadt randaliert.

Laut Polizei zündeten Anhänger Pyrotechnik, lieferten sich Auseinandersetzungen mit den Beamten, liefen über die Gleise und versuchten den nächsten Zug nach Bremen aufzuhalten. Der Bahnhof musste zeitweise gesperrt werden, ein Großaufgebot der Polizei griff ein.

Erst um 20.50 Uhr konnte die Strecke wieder freigegeben werden. Dafür mussten die Ultras allerdings durch kurzzeitigen Schlagstockeinsatz in einen Zug zurück nach Hannover gesetzt werden. Die Bundespolizei hat Ermittlungen angekündigt.

"Wir müssen ganz klar kommunizieren, welche Reaktionen insbesondere die Ultras zu erwarten haben, bis hin, dass wir überlegen müssen, ob wir in der neuen Saison Karten an die Ultras verkaufen", sagte 96-Chef Martin Kind bei "NDR2".

Man habe sich in der Vergangenheit mindestens viermal im Jahr mit den Fan-Vertretern getroffen, man habe den Dialog gesucht, versucht, "Argumente auszutauschen, aber auch Grenzen zu ziehen. Aber im Ergebnis muss man feststellen: Es ist eine Einbahnstraße", äußerte Kind.

Er fügte an: "Ich nenne sie auch nur noch Pseudo-Fans, denn sie missbrauchen die Plattform Bundesligafußball um ihre Aggressivitäten auszuleben und das ist nicht akzeptabel."

Die Randalierer, die mit einem Betretungsverbot für die Stadt Bremen belegt wurden, wollten im Vorort umsteigen, um so der Begleitung durch die Polizei in Bussen zum Weserstadion aus dem Weg zu gehen.

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