Der Chef der Zentrale Informationsstelle Polizeieinsätze (ZIS), Ingo Rautenberg, hat vor einer zunehmenden Solidarisierung von Fußball-Fans mit Randalierern gewarnt.

"Uns bereitet große Sorge, dass sich friedliche Fans mit Gewalttätern solidarisieren und diese Gruppendynamik zu einem größeren Gefahrenpotenzial führt", sagte Rautenberg in einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel.

Am Montag hatte die ZIS ihren Bericht für die Fußball-Saison 2011/12 veröffentlicht. Dabei hatten sich sowohl die Zahlen der eingeleiteten Strafverfahren, der verletzten Personen und der geleisteten Arbeitsstunden der Polizei teilweise deutlich erhöht. Diese Zahlen seien nach Angaben der ZIS unter anderem auf die brisante Zusammensetzung der Zweite Liga zurückzuführen.

Rautenberg setzt bei der Auflösung der verhärteten Fronten zwischen Fans und Sicherheitskräften vor allem auf Selbstregulierung. "Mit den friedlichen Fans suchen wir den Dialog, aber gegen die Gewalttäter gehen wir weiterhin konsequent vor", betonte Rautenberg.

Den Vorwurf von Fanvertretern, dass bei der Verletztenstatistik nicht aufgeschlüsselt werde, wie viele Personen durch Polizeieinsätze in Mitleidenschaft gezogen wurden, konnte Rautenberg nicht entkräften.

"Dazu führen wir keine gesonderte Statistik", sagte er auf die Frage, wie viele `Störer" durch Pfefferspray verletzt wurden.

Weiterlesen