Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL), hat das Vorgehen einiger Vereine bei den Diskussionen um das Positionspapier "Sicheres Stadionerlebnis" kritisiert.

"Wie die Kritik teilweise geäußert wurde, hat mich geärgert. Ob man seine Stellungnahme mit einer knalligen Pressemitteilung garnieren muss, stelle ich massiv infrage", sagte Seifert dem Magazin "11Freunde".

Ebenfalls stimme ihn "nachdenklich", dass `einzelnen Vereinsvertretern offenbar weniger daran gelegen war, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, als bei einigen Anhängern ein paar Sympathiepunkte zu sammeln".

Zudem sei das Sicherheitskonzept auf einer Mitgliederversammlung der 36 Profi-Klubs zunächst "als Arbeitsauftrag für den Ligavorstand einstimmig beschlossen worden".

Mehrere Klubs wie Union Berlin, der FC St. Pauli, der VfL Wolfsburg oder der VfB Stuttgart hatten den ersten Entwurf des Sicherheitskonzeptes abgelehnt.

In den Diskussionen um die umstrittenen Ganzkörperkontrollen bemängelt Seifert, dass "die Fakten verzerrt werden".

"Bei nüchterner Betrachtung ist das Thema weit weniger brisant als es derzeit erscheint. Ich verstehe aber die Sensibilitäten", sagte der 43-Jährige weiter.

Weiterhin räumte Seifert ein, dass auch die DFL und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Umgang mit dem Thema Sicherheit in der Öffentlichkeit Fehler gemacht hätten, mahnte aber auch, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren:

"Natürlich haben DFB und DFL auch nicht immer die beste Figur abgegeben. Wenn wir aber einmal die Streitpunkte Pyrotechnik und Kollektivstrafen beiseite lassen, worüber reden wir denn dann? Über eine Bundesliga, die jedes Wochenende tollen Sport bietet. Deren Spieltage nicht so zerfasert sind wie etwa in Spanien. Und in der Zuschauer aus allen gesellschaftlichen Schichten entscheiden können, ob sie stehen oder sitzen wollen. Vor diesem Hintergrund geht es uns eigentlich gut. Leider sind wir gerade dabei, dies zu vergessen."

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