Jupp Heynckes hat den enormen Druck bei seiner Arbeit als Trainer von Bayern München betont. "Ich denke, dass der Trainer des FC Bayern nach der Bundeskanzlerin den schwersten Job in Deutschland hat", stellte der 67-Jährige der "tz".

"Hier herrscht absolutes Erfolgsdenken, es gibt immer Aufs und Abs, man muss immer hellwach sein. In einem Spitzenklub können Sie heute keinen Fußball mehr genießen", gestand Heynckes ein: "Das können unsere Fans, aber ein Trainer oder unser Vorstandsvorsitzender? Nein, du kannst dir nie sicher sein, ob du erfolgreich bist."

Zudem verriet der Bayern-Trainer, dass er vor seinem Wechsel zu Real Madrid sogar vom FC Barcelona umworben wurde.

Als er CD Teneriffa 1995/1996 von den Abstiegsrängen den UEFA-Cup führte, sei "Barcelona hellhörig geworden, ich hatte ein Angebot vorliegen", erzählte Heynckes: "Der Schatzmeister war bei mir in der Wohnung und hatte einen Zweijahresvertrag dabei, mit einem großen Investitionsvolumen. Gleichzeitig hatte ich den Vizepräsidenten am Telefon."

Weil er bei Teneriffa noch Vertrag hatte, habe er jedoch abgesagt. Erst 1997 wechselte der vertragsfreie Heynckes zu Real Madrid und gewann mit den "Königlichen" 1998 direkt die Champions League.

Von den Startschwierigkeiten des 40-Millionen-Neuzugangs Javi Martinez bei Bayern zeigte sich Heynckes wenig überrascht, zeigte sich aber zuversichtlich: "Es ist genau das eingetreten, was ich befürchtet habe. Nämlich dasss die letzten zwei Jahre, in denen er wahnsinnig viel gespielt und wenig Urlaub gehabt hat, einfach nicht so leicht aus den Kleidern zu schütteln sind. Ich denke, dass er so langsam über den Berg ist und nun sein Potenzial andeutet."

Rückkehrer Mario Gomez will Heynckes behutsam aufbauen: "Ich muss einfach sehen, was der Spieler imstande ist zu leisten. Davon werde ich meine Entscheidung abhängig machen, von nichts anderem. Priorität hat der Mannschaftserfolg, das weiß er auch. Aber er hat meine totale Unterstützung, weil er ein klasse Spieler ist.

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