Im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 musste Werders Sportlicher Leiter Klaus Allofs nach der Niederlage gegen den FC Bayern München eingestehen, "vielleicht den kommenden Deutschen Meister gesehen zu haben."

Ein Faktor ist für ihn dabei besonders ausschlaggebend: "Bayern war in der Lage, auf ganz hohem Niveau auszuwechseln und umzustellen und das können nur Anwärter auf die Meisterschaft."

Ganz so klar wie die 0:2-Pleite gegen Bayern am Ende anmutete, sah Allofs die Situation nicht.

"Die Bayern waren sicherlich die bestimmende und bessere Mannschaft, aber wir hätten in Führung gehen können. Wir hätten dieses Spiel sogar gewinnen können. Wir hatten zwei gute Möglichkeiten."

Bei Gustavos Kunstschuss zum 1:0 sah er die Leistung von Keeper Sebastian Mielitz leicht kritisch: "Wenn er ihn nicht hält, dann hat er wohl einen Fehler macht."

"Aber wir mussten auch im Mittelfeld sehr viele Wege machen und dann fehlt eben manchmal ein wenig die Konzentration in den entscheidenden Situationen", mahnte er gleichzeitig die mangelnde Unterstützung für den jungen Torhüter im Mittelfeld an.

Beim Thema Mielitz erklärte Allofs auch die Personalie Tim Wiese noch einmal: "Es ist völlig falsch, dass wir nachgetreten haben. Tim Wiese ist bei uns zum Nationaltorhüter gereift. Jetzt geht es aber darum, einen Sebastian Mielitz zu bewerten und ihn nach vorne zu bringen. Wir müssen uns weiter entwickeln und wir hatten das Gefühl, dass das mit einem jungen Torwart gut geht. Wir haben uns entschlossen, in diese Richtung zu gehen."

Den Klassenunterschied zu Bayern erkannte Allofs pragmatisch an, die Erwartungshaltung in Bremen bereitete ihm wesentlich größere Sorgen: "Wir sind so weit auseinander, dass wir eben zwei Tore in den letzten zehn Minuten kassieren. Problematischer sehe ich das Umfeld, dass unsere Leistungen nicht recht einzuschätzen weiß. Natürlich sind wir unzufrieden mit der Niederlage, aber wir müssen auch realistisch bleiben: Gegen Bayern kann man mal gewinnen, aber eben auch sehr gut verlieren."

Für die Zukunft plant der Werder-Manager die Rückkehr ins internationale Geschäft: "Wenn wir schnell lernen und wenn alles klappt, dann können wir durchaus überraschen. Wir machen einige Fehler aus dieser mangelnden Erfahrung heraus und damit muss man jetzt noch leben."

Möglich machen soll das die neu zusammengestellte Mannschaft, die zur Freude Allofs fast die komplette Vorbereitung ohne Verletzungen absolvierte: "Wir wollten schneller und flexibler werden, gleichzeitig aber die offensive Werder-Philosophie beibehalten. Der Optimismus in der Stadt ist wieder groß, das steigert auch die Laune von Trainer Thomas Schaaf."

Die Freude ist wieder da, das Geld leider noch nicht, denn finanziell ist Werder laut Allofs aktuell nicht auf Rosen gebetet. "Wir werden dieses Jahr einen erheblichen Verlust haben, nachdem wir über sieben Jahre schwarze Zahlen geschrieben haben. Wir sind aber weit davon entfernt, pleite zu sein", erklärte der ehemalige Bundesliga-Stürmer.

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