Im Gegensatz zu Bundeskanzlerin Angela Merkel und Uli Hoeneß sieht Bayern Münchens Trainer Jupp Heynckes nach wie vor Probleme, sollte sich ein Profi in Deutschland offen zu seiner Homosexualität bekennen.

"Das ist ein ganz sensibles Thema, man kann nicht so leicht sagen: Sie sollen sich outen, das würde respektiert. Vielleicht sind die Gesellschaft, der Sport und ein kleiner Teil der Fans noch nicht so weit, das zu tolerieren", sagte der 67-Jährige am Freitag.

Sollte ein Spieler zu ihm kommen und sich "outen", wäre das "eine Sache zwischen Spieler und Trainer. Ich würde das sehr diskret behandeln. Ich bin sehr tolerant", sagte Heynckes.

Ein anonym gebliebener Bundesligaspieler hatte die Debatte um schwule Profis mit einem Interview neu entfacht.

Die Kanzlerin hatte dem Spieler daraufhin am Donnerstag Mut gemacht: "Er lebt in einem Land, in dem er sich vor einem Outing nicht fürchten muss. Wir können nur das Signal geben, dass er keine Angst haben muss."

Auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß glaubt daran, "dass sich über kurz oder lang der eine oder andere Spieler outen wird. Der Fußball ist offen genug dafür", sagte Hoeneß.

Er könne sich deshalb "nicht vorstellen, dass ein schwuler Spieler mit unseren Fans Probleme bekommt. Der FC Bayern ist vorbereitet." Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bot homosexuellen Profis "jegliche Hilfe" des Verbandes an.

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