Dem VfL Wolfsburg droht vor dem Auswärtsspiel in der Bundesliga am Freitag beim FC Augsburg juristischer Ärger.

Das Landgericht Stuttgart hat seine Ermittlungen in der Wirtschaftsstrafsache gegen VfL-Eigner Volkswagen wegen des Verdachts der Bestechung und der Bestechlichkeit forciert.

Laut eines Berichts der "Süddeutschen Zeitung" soll Wolfsburgs Aufsichtsratschef Francisco Garcia Sanz als Zeuge angehört werden.

"Die Kammer hat im Zwischenverfahren mehrere Zeugenvernehmungen angeordnet", sagte Landgerichts-Sprecher Florian Bollacher.

Im vergangenen Jahr hatte das Gericht das Verfahren gegen fünf Personen eröffnet. Bei zweien handelt es sich um VW-Mitarbeiter, die drei weiteren Angeklagten sind ehemalige Mitarbeiter beziehungsweise Berater eines Telekommunikations-Unternehmens.

Der Verein VfL Wolfsburg wollte sich zu den Ermittlungen zunächst nicht äußern. Auch der VW-Konzern hielt sich bedeckt. "Mit Blick aufs laufende Verfahren kommentieren wir das nicht", sagte VW-Sprecher Eric Felber.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, soll Sanz Auskunft darüber geben, wie und in welchem Umfang der Autokonzern VW seinen Werksklub sponsert.

VfL-Aufsichtsrat Sanz ist bei Europas größtem Autobauer auch Einkaufsvorstand. Es bestehe der Verdacht, dass der Autokonzern seine Geschäftspartner gezwungen habe, Sponsor beim Bundesligisten zu werden.

Falls VW-Verträge und ein VfL-Sponsoring tatsächlich unzulässig miteinander verknüpft wurden, besteht der Verdacht der Bestechung und Bestechlichkeit.

Eigentlich ist es unüblich, dass in einem Zwischenverfahren weitere Zeugen vernommen werden, doch in diesem Falle sieht es das Landgericht als notwendig an.

Neben Sanz soll auch der Vorstand des Telekommunikations-Unternehmens befragt werden. Mittlerweile soll aber dessen Unternehmen das Abkommen mit dem Fußball-Bundesligisten beendet haben.

Nach den Vernehmungen wird beschlossen, ob ein Strafverfahren gegen die Personen eröffnet wird.

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