Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat auf dem Weg zu einer möglichen Einführung der Torlinientechnologie im deutschen Profi-Fußball Gespräche mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und möglichen Anbietern angekündigt.

Dieser Schritt ist das Ergebnis der Studie eines Berichts einer gemeinsamen Expertengruppe von DFL und DFB, die in den vergangenen Wochen ihre Arbeit aufgenommen hatte. Dies teilte der Vorstand des Ligaverbandes am Montagabend mit.

Darüber hinaus sollen alle 36 Vereine und Kapitalgesellschaften des Ligaverbandes im Rahmen der geplanten Mitgliederversammlung am 27. September 2012 in die Entscheidung einbezogen werden.

"Bei einer für das Spiel so bedeutenden Angelegenheit geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Vor diesem Hintergrund gilt es, viele Faktoren im Vorhinein verlässlich zu klären - angefangen von der Genauigkeit der angebotenen Systeme über die Kosten bis zur Frage, ob und in welcher Form die Torlinien-Technologie beispielsweise in den europäischen Wettbewerben und im DFB-Pokal eingesetzt wird", erklärte dazu Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball.

Mögliche Technologie-Varianten sind der Chip im Ball ("GoalRef") und das unter anderem aus dem Tennis bekannte Hawk-Eye-System. Dabei ist das auf einem Magnetfeld im Tor basierende Chip-System mit einem Preis von etwa 125.000 Euro nur halb so teuer wie das Hawk-Eye von Sony (250.000 Euro).

Ob die 36 Profivereine die durch die Regeländerung entstehenden Kosten selbst tragen müssen, ist weiter ungeklärt. Die DFL hatte bei früheren Anlässen in dieser Frage auf die "zuständigen Gremien" verwiesen.

Das International Football Association Board (IFAB), die weltweit oberste Regelinstanz des Fußballs, hatte im vergangenen Juli entschieden, dass technische Hilfsmittel zur Überwachung der Torlinie gestattet sind. Nicht weniger, aber auch nicht mehr: Die Revolution darf daher stattfinden, sie wird aber wohl noch eine Weile auf sich warten lassen - vor der übernächsten Saison dürfte sie etwa in der Bundesliga nicht zum Einsatz kommen.

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