Trainer Bruno Labbadia vom VfB Stuttgart hat Medien und Fans im Zusammenhang mit dem Fall Kevin Pezzoni zum Umdenken aufgefordert.

"Wir müssen aufpassen, dass wir den Bogen nicht überspannen. Es ist auffallend, wie schnell wir Spieler oder Mannschaften zu Helden machen - und drei Wochen später wieder zu Deppen", sagte Labbadia nach dem 1:6 (1:3) seiner Mannschaft bei Bayern München.

"Jeder, der darüber schreibt oder spricht, sollte sich vorstellen, dass sein Kind in der Schule von jedem darauf angesprochen wird, dass sein Vater als Depp tituliert wird", betonte Labbadia.

"Wir müssen uns alle ein Stück weit Gedanken machen, ein bisschen klarer damit umzugehen." Dass man soweit gehen müsse, einen Spieler aus seinem Vertrag zu entlassen, sei "eine Katastrophe für den Fußball, das darf man nicht als Bagatelle hinnehmen".

Pezzoni, Abwehrspieler des Zweitligisten 1. FC Köln, hatte den Verein um Auflösung seines Vertrages gebeten, nachdem er vor seiner Haustür und auch im Internet von FC-Hooligans bedroht worden war. Während der Karnevalstage hatte ihm ein Angreifer bereits das Nasenbein gebrochen.

Bayern-Trainer Jupp Heynckes fordert die Bundesligisten im Kampf gegen solche Auswüchse zur Geschlossenheit auf. "Ich finde, dass man Rowdys und Krawallmacher ausgrenzen muss, da muss eine Solidarität in der Liga stattfinden", sagte Heynckes und rief dazu auf, vor "solchen Menschen" nicht zu kapitulieren.

"Die Klubs müssen sich da solidarisieren. Das ist etwas, das wir alle nicht wollen, gewaltbereite Fans. Da sind in erster Linie die Klubs und die Sicherheitskräfte gefordert, rigoros durchzugreifen. Diese Leute haben im Stadion absolut nichts verloren", sagte Heynckes.

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