Vor der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung am Dienstag bei Bundesliga-Absteiger Hertha BSC hat Präsident Werner Gegenbauer in einem Offenen Brief zur Geschlossenheit aufgerufen.

"Hertha BSC ist in einer schwierigen Situation, von daher ist es völlig selbstverständlich, dass es Diskussionsbedarf gibt. Eine Aufarbeitung der Saison 2011/2012 ist richtig und notwendig. Die Vereinsführung stellt sich dieser Debatte", erklärte der Präsident des sportlich in die Zweite Liga abgestiegenen Hauptstadtlubs: "Wir müssen gemeinsam ein Interesse daran haben, dass Hertha BSC positiv dasteht. Dieser Verein gehört den Mitgliedern, und wir schädigen uns nur selbst, wenn wir es zu einer öffentlichen Zerreißprobe kommen lassen."

Am kommenden Dienstag stellt sich der Unternehmer zum ersten Mal einer Wiederwahl. Zwar hat er keinen Gegenkandidaten, doch eine Oppositionsgruppe von mehreren Präsidiumskandidaten hatte in den vergangenen Tage teils heftige Kritik an dem umstrittenen Manager Michael Preetz geübt.

Gegenbauer hatte im Vorfeld der Wahlen erklärt, mit Preetz auf jeden Fall weitermachen zu wollen. Zudem hatte Gegenbauer angekündigt, seine Kandidatur zurückzuziehen, falls er im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Mehrheit bekommen sollte.

"Die Zusammenarbeit in einem funktionierenden, sich nicht gegenseitig behindernden Teams ist die Voraussetzung dafür, dass die Führung des Klubs handlungsfähig bleibt und die Richtung vorgeben kann. Wir müssen die Planungen für die neue Saison umsetzen, ohne Zeit zu verlieren", hieß es in dem Brief weiter: "Unabhängig davon wie die Wahl ausgeht: Ein gewählter Präsident muss der Präsident aller Mitglieder sein."

Zudem erneuerte Gegenbauer die Kritik an den bisherigen Urteilen der DFB-Sportgerichtsbarkeit im Streit um die Wertung des Relegations-Rückspiels bei Fortuna Düsseldorf (2:2). "Wir sind kein schlechter Verlierer. Aber unserer Meinung nach hat das Relegationsspiel in Düsseldorf nicht unter regulären Bedingungen stattgefunden", sagte Gegenbauer: "Deshalb wollen wir am Dienstag mit Ihnen auch darüber reden, ob wir das letzte Rechtsmittel einsetzen und vor das DFB-Schiedsgericht ziehen sollen."

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